Kosmetik-Test

Über 400 Bodylotions, Aftershaves und Zahnpasten hat GLOBAL 2000 auf das Vorhandensein von hormonell wirksamen Chemikalien getestet: Mit erschreckendem Ergebnis! Mehr als ein Drittel enthält solche. Ein Test, der Aufsehen erregte. Wie Sie solche Produkte vermeiden können? Wir haben die Antwort!

"Vielen Dank für Ihre Kontaktaufnahme. Kosmetikprodukte von P&G können bedenkenlos verwendet werden. Das gewährleisten die sorgfältigen Sicherheitsbewertungen von Procter & Gamble und die wissenschaftlich fundierte Prüfung durch nationale und internationale Behörden. P&G verwendet nur erlaubte bzw. offiziell genehmigte Substanzen für seine kosmetischen Mittel. P&G Produkte stellen kein Risiko für die Gesundheit der Verbraucher dar." - Diese automatische Antwort bekommt man von einem der Kosmetik-Hersteller, wenn man ihn im Rahmen einer von GLOBAL 2000 initiierten Petition mailt.

Die Umweltschutzorganisation hat Ende des Jahres 2013 mit einem Test von 400 Kosmetik-Produkten aus österreichischem Handel für Aufsehen gesorgt: Ein Drittel der getesteten 159 Bodylotions, 146 Zahnpasten, 72 Aftershaves und Aftershave-Balsams enthielt nämlich hormonell wirksame Chemikalien. Sagt GLOBAL 2000.

Alles halb so schlimm, sagen die Hersteller: "Wir möchten darauf hinweisen, dass die von GLOBAL 2000 aufgeführten Stoffe von den Behörden keineswegs als besorgniserregend eingestuft wurden. Die Empfehlung, Kosmetika mit diesen Inhaltsstoffen zu meiden, ist medizinisch nicht gerechtfertigt", heißt es seitens P&G.

Zahnpasta

Für GLOBAL 2000 sieht die Sache eben anders aus. Laut dem Test enthält knapp jede zweite Bodylotion, jedes zweite Aftershave und jede fünfte untersuchte Zahnpasta hormonell wirksame Inhaltsstoffe. Bei Letzteren sind vor allem Kinderzahnpasten betroffen. Acht verschiedene Chemikalien wurden insgesamt gefunden, sechs davon wurden von der EU in ihrer Prioritätenliste für hormonell wirksame Stoffe mit der höchsten Priorität belegt.

Checkliste

Die Stoffe, die dabei am häufigsten vorkamen, sind:

  • Als Konservierungsmittel: Methylparaben1, Ethylparaben1, Propylparaben1,2, Butylparaben1,2
  • Als UV-Filter: Ethylhexyl Methoxycinnamate1,2, 4-Methylbenzylidene, Camphor1,2, 3-Benzylidene Camphor1,2
  • Als UV-Absorber: Bezonphenone-11 und Benzophenone-21
  • Als Haarfärbemittel: Resorcinol1,2
  • Als Conditioner für Haut und Haare: Cyclomethicone1,2 (Cyclotetrasiloxane)

Die gesamte Übersicht finden Sie hier >>

In Tierversuchen belegt

"Das Ergebnis unseres Kosmetik-Checks ist deswegen so besorgniserregend, weil es sich bei den gefundenen Stoffen um Chemikalien handelt, deren hormonell schädigendes Potenzial an Tieren klar belegt ist", sagt Helmut Burtscher, Biochemiker bei GLOBAL 2000. Wer die Kosmetikprodukte verwendet, setzt sich der Gefahr aus, dass die Stoffe in den Körper gelangen und irreversible Gesundheitsschäden auslösen, so die Experten. Hormonelle Schadstoffe werden mit einer Vielzahl von Erkrankungen in Zusammenhang gebracht wie Beeinträchtigungen des Fortpflanzungssystems, Hormon-assoziierte Krebsarten wie Brust-, Prostata- und Hodenkrebs, verfrühte Pubertät bei Mädchen, sowie Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern.

Soweit die schlechten Nachrichten. Die Guten lauten: In den 38 ebenfalls im Check getesteten Naturprodukte sind keinerlei hormonell wirkende Chemikalien entdeckt worden. Wer auch bei seiner "normalen" Kosmetik auf Nummer sicher gehen möchte, für den hat GLOBAL 2000 eine "Checkliste für den Badezimmerschrank" erstellt. Denn wie heißt es so schön: Glaube ist gut, Kontrolle ist besser!

 

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