Kopfschmerzen: Ursachen erkennen und bekämpfen

Um lästige Kopfschmerzen endlich loszuwerden, muss man die Ursache des Problems herausfinden. Wir zeigen euch, was ihr tun könnt.

Kopfschmerzen

Sie sind unangenehm bis unerträglich. Die Rede ist von Kopfschmerzen. Die einen erleben sie nur wenige Male, bei manchen treten sie dafür extrem oft auf. Insgesamt leidet fast jeder Mensch wenigstens einmal in seinem Leben unter Kopfschmerzen. Deswegen ist es gut zu wissen, woher die Schmerzen kommen und – was noch wichtiger ist – wie man sie wieder loswird.

Die drei häufigsten Arten von Kopfschmerzen

Kopfweh ist nicht gleich Kopfweh! Das zeigt sich schon beim Schmerzempfinden, denn jeder von uns stuft Schmerzen anders ein, eben auch die im Kopf. Doch gerade Kopfschmerzen haben sehr unterschiedliche Ursachen und Ausprägungen: In der internationalen Kopfschmerz-Klassifikation sind rund 250 verschiedene Arten von Kopfschmerzen definiert. Drei von ihnen treten am häufigsten auf.

1. Spannungskopfschmerzen

Wenn man bei Kopfschmerzen beidseitig ein dumpfes, drückendes Gefühl hat und die Schmerzen nur leicht bis mittelmäßig stark sind, handelt es sich wahrscheinlich um sogenannte Spannungskopfschmerzen. Meistens spürt man sie an der Stirn, im Hinterkopf oder sie fühlen sich an wie eine Haube auf dem Kopf. Die Schmerzphasen dauern zwischen 30 Minuten und mehreren Tagen an.

Es gibt zwei Arten von Spannungsschmerzen: Episodische Spannungskopfschmerzen treten mit mindestens zehn Phasen im Jahr auf, dauernd aber insgesamt weniger als sechs Monate an. An chronischen Spannungskopfschmerzen leiden die Betroffenen mehr als sechs Monate und mindestens an 15 Tagen pro Monat. Die Dauer der Attacken ist nicht festgelegt.

Ursprünglich dachte man, Verspannungen der Hals- und Kopfmuskulatur wären der Grund für Spannungskopfschmerzen (daher auch der Name). Doch mittlerweile weiß man, dass kaum ein Betroffener solche Verspannungen hat. Es ist auch möglich, dass diese Kopfschmerzen psychische Ursachen haben und durch Stress, Angst oder depressiven Stimmungen entstehen oder dass es an Störungen bei den Botenstoffen im Gehirn liegt.

2. Migräne

Während Spannungskopfschmerzen recht harmlos ausfallen, beeinträchtigt eine Migräne den Alltag enorm. Viele Betroffene können nicht zur Arbeit gehen und auch andere Aktivitäten sind kaum möglich, weil sich der Schmerz durch Bewegung verstärkt.

Die bohrenden oder pulsierenden Schmerzen treten häufig zusammen mit Übelkeit und Erbrechen auf, außerdem reagieren Betroffene oft sehr empfindlich auf Licht und Geräusche. Die Intensität von Migräne-Kopfschmerzen ist mittel bis stark, wobei die Schmerzen nur einseitig empfunden werden. Generell leiden Frauen viel häufiger an Migräne als Männer.

Bei Migräne unterscheidet man verschiedene Unterformen. So kann eine Migräne mit oder ohne Aura auftreten. Das bedeutet, dass es zusätzlich zum Kopfschmerz zu neurologischen Symptomen kommen kann. Dazu gehören Sehstörungen wie das Wahrnehmen von Lichtblitzen, Streifen oder Punkten, außerdem sind Sprechstörungen, Missempfindungen wie Kribbeln oder ein Taubheitsgefühl oder sogar Lähmungserscheinungen möglich. Letztere sind aber nur sehr selten. Möglich ist auch, dass die Aura ohne den eigentlichen Kopfschmerz auftritt.

3. Cluster-Kopfschmerzen

Besonders heftig fallen die Cluster-Kopfschmerzen aus. Sie treten als brennender oder bohrender Schmerz auf und beginnen ohne Vorwarnung, oft in den ersten Stunden nach dem Einschlafen oder früh am Morgen. Zu diesen Attacken kommt es in der Regel nur während einiger Wochen im Jahr, in sogenannten Cluster-Perioden. Daher kommt auch der Name „Cluster“ (englisch für Büschel, Haufen).

Die Kopfschmerzen treten in dieser Zeit unterschiedlich oft auf. Das kann einmal alle zwei Tage sein oder bis zu acht Attacken täglich, wobei jede Attacke zwischen 15 Minuten und drei Stunden dauert.

Die Schmerzen empfinden Betroffene meistens einseitig im Bereich um die Augen oder Schläfen. Auf der schmerzenden Seite ist das Auge gerötet und tränt, die Nase läuft.

Ursachen können eine bakterielle Gefäßentzündung der Augenvenen sein, die den Blutabfluss blockieren und auf die Gefäßwände drücken, sowie eine Störung im Hypothalamus, ein Teil des Gehirns.

Kopfschmerzen

Mögliche Ursachen für Kopfschmerzen

Kopfschmerzen können die unterschiedlichsten Ursachen haben.

1. Stress

Wer oft unter großen Belastungen und Stress leidet, den plagen nachts häufig Kopfschmerzen. Außerdem fallen Kopfschmerzattacken bei gestressten Menschen viel heftiger aus als bei solchen, die weniger unter Strom stehen. Die Schmerzen sind ein Zeichen dafür, dass der Körper überlastet ist und eine Pause braucht.

2. Schlafmangel

Ähnlich verhält es sich mit Kopfschmerzen, die wegen Übermüdung und Schlafmangel auftreten. Der Körper ist durch zu wenig oder schlechten Schlaf nicht richtig erholt und viel weniger leistungsfähig. Das verursacht Stress, der zu Verspannungen führt und die wiederum haben Kopfschmerzen zur Folge.

3. Krankheiten

Es gibt eine ganze Reihe an Krankheiten, die Kopfschmerzen verursachen können:

  • Entzündungen (im Kieferbereich, im Hals-Nasen-Ohren-Bereich, im Rücken)
  • Infektionen (Erkältung, Grippe)
  • Bluthochdruck
  • krankheitsbedingt zu wenig Sauerstoff im Blut
  • Blutarmut
  • verspannte Nackenmuskulatur
  • hormonelles Durcheinander
  • Unterzuckerung bei Diabetes
  • Unterversorgung des Körpers durch chronisches Fasten
  • usw.

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4. Medikamente

Eine zu häufige Einnahme von Schmerzmitteln kann ebenfalls die Ursache für Kopfschmerzen sein. Was im ersten Moment seltsam klingt, ist tatsächlich der Fall. Allerdings nur dann, wenn die Schmerzmittel über Jahre hinweg in zu großen Mengen genommen wurden. Eine übermäßige Einnahme auf kurze Zeit reicht dafür nicht. Doch auch andere Medikamente können Kopfschmerzen auslösen, etwa solche, die Nitrate enthalten oder Östrogen zur Verhütung.

5. Flüssigkeitsmangel

Fehlt dem Körper Wasser, wird das Blut dickflüssiger. Dadurch werden feine Gefäße im Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, der vom Blut transportiert wird. Neben Müdigkeit, Konzentrationsproblemen und Gedächtnisstörungen, reagiert der Körper darauf auch oft mit Kopfschmerzen.

6. Sehschwäche

Was kaum einer weiß: Anhaltende oder häufig auftretende Kopfschmerzen können auch durch eine nachlassende Sehfähigkeit entstehen. Eine nicht oder nicht ausreichend korrigierte Kurz- oder Weitsichtigkeit kann Kopfschmerzen auslösen.

Um eine Fehlsichtigkeit zu erkennen, ist ein Sehtest erforderlich. In einem ersten Schritt wird die grundsätzliche Sehfähigkeit der Augen getestet. Ein Gerät ermittelt, wo der Brennpunkt des Auges liegt. Je nach Ergebnis liegt eine Weit- oder Kurzsichtigkeit vor. In einem nächsten Schritt wird dann die genaue Sehstärke bestimmt.

Dabei erfolgt das, was man allgemein unter einem Sehtest versteht: Man wird dazu aufgefordert, durch ein Gerät zu schauen und Zahlenreihen vorzulesen, während die Gläser im Gerät immer wieder in ihrer Stärke verändert werden, bis die optimale Stärke für den Betroffenen gefunden ist. Mit einer Brille oder Kontaktlinsen in der entsprechenden Stärke wird die Sehschwäche ausgeglichen.

Weitere mögliche Ursachen für Kopfschmerzen aufgrund von Sehfehlern sind eine Hornhautverkrümmung und ein leichtes Schielen.

7. Umweltbedingte Faktoren

Je nach Kopfschmerzart gibt es außerdem verschiedene umweltbedingte Faktoren, welche den Schmerz auslösen können:

  • Flackerlicht
  • Alkohol
  • Nikotin
  • Aufenthalt in großen Höhen
  • Aufenthalt in schlecht belüfteten Räumen
Kopfschmerzen

Kopfschmerzen behandeln

Um häufig auftretende Kopfschmerzen dauerhaft in den Griff zu bekommen, wird von Ärzten oft zunächst dazu geraten, ein Kopfschmerz-Tagebuch zu führen. Damit lässt sich unter anderem herausfinden, wann und in welchen Situationen die Kopfschmerzen am häufigsten auftreten. Das hilft dabei, die Ursache für die Kopfschmerzen zu ermitteln, sodass diese behandelt bzw. bekämpft werden können.

Wichtig für die Diagnose sind auch die Dauer und Häufigkeit der Schmerzattacken, die Krankengeschichte, die Lebensumstände und welche Medikamente aktuelle eingenommen werden. Außerdem untersucht der Arzt den Patienten auf mögliche körperliche Ursachen.

Je nach Art des Kopfschmerzes, sind bestimmte Therapiemaßnahmen sinnvoll. Mögliche Medikamente zur Linderung von Kopfschmerzen sind:

  • Schmerzmittel, beispielsweise Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen, Paracetamol oder Kombinationspräparate, solange sie an nicht mehr als zehn Tagen im Monat eingenommen werden
  • bei starker Migräne und Cluster-Kopfschmerzen werden oft Triptane oder ASS-Lysinat eingesetzt
  • Cluster-Kopfschmerzen lassen sich auch durch die Inhalation von reinem Sauerstoff bekämpfen oder durch ein Mittel zur örtlichen Betäubung des Nasenlochs der betroffenen Seite

Zur nichtmedikamentösen Behandlung empfiehlt sich:

  • Stirn und Schläfen kühlen
  • Sport gegen häufige Kopfschmerzen
  • Entspannungsübungen (progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder ähnliches) gegen stressbedingte Kopfschmerzen und Migräne
  • Massagen
  • Homöopathie
  • Akupunktur
  • Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS)
  • Chirotherapie
  • Psychotherapie

Was könnt ihr zur Vorbeugung tun?

Damit Kopfschmerzen gar nicht erst entstehen, solltet ihr wissen, was ihr vorbeugend tun könnt:

  • regelmäßige Bewegung, am besten Ausdauersport
  • sich viel an der frischen Luft aufhalten
  • ausreichend und regelmäßig schlafen
  • ausgewogen und regelmäßig essen
  • viel trinken, besonders Wasser, Tee und Saftschorlen, dafür nur wenig Alkohol
  • nicht rauchen
  • dem Körper ausreichend Ruhe und Entspannung gönnen
  • andere bekannte Auslöser für die Kopfschmerzen möglichst vermeiden
 

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