Kopfschmerzen deuten

Hinter jedem Kopfschmerz steckt eine Botschaft des Körpers. Die sollten Sie erst mal entschlüsseln, statt sie mit dem nächstbesten Schmerzmittel k. o. zu schlagen. Wir zeigen, wie Sie nicht nur die Symptome, sondern auch Ursachen erfolgreich bekämpfen ...


Gestresst?

Das Passiert: Ihr Kopf fühlt sich an, als hätte ihn jemand in einen Schraubstock eingespannt – und dort vergessen.

Die Botschaft: Es hat Sie tatsächlich jemand in der Mangel: der Stress. Schnelle Hilfe leisten Schmerzmittel, die Sie am besten mit einer Tasse Kaffee runterspülen.
Studien der Diamond Headache Clinic in Chicago haben ergeben, dass diese Kombination nicht nur schneller, sondern auch deutlich länger wirkt als Tabletten allein. Warum? Das Koffein zieht die Venen zusammen, die sich während der Kopfschmerzattacke ausgedehnt haben. Das ist allerdings nur Troubleshooting. Besser: Lassen Sie den Spannungskopfschmerz erst gar nicht aufommen. Meditation oder autogenes Training helfen.
Und: Analysieren Sie Ihre Work-Life-Balance etwas genauer!

Sind’s die Hormone?

Das passiert: Einmal im Monat wandert ein Presslufthammer-Trupp durch Ihre Gehirnwindungen: entweder an den Tagen vor den Tagen, während der Periode oder bei einer Einnahmepause der Antibabypille.


Die Botschaft: Treten Ihre Kopfschmerzen prämenstruell auf, ist wahrscheinlich Ihr Östrogenspiegel aus dem Gleichgewicht. Hormone oder ein Hormonpfl aster können helfen. Sie nehmen die Pille? Dann kann der Wechsel zu einem Produkt, das Sie ohne Pause schlucken, Kopfschmerzen während der Einnahmepausen vermeiden. Bei Migräne während der Regelblutung kann es helfen, auf ein Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Mefenaminsäure umzusteigen.

Auf Koffeinentzug?

Das passiert: Pochende Kopfschmerzen und das ausgerechnet am Wochenende …


Die Botschaft: Wer sich unter der Woche mit vielen Tassen Kaffee das Aufstehen erleichtert oder kleine Tiefs gern mit einem doppelten Espresso ausgleicht, muss sich nicht wundern, wenn er sonntags auch nach extra viel Schlaf nicht fit ist. Eine Tasse Kaffee sollte das Kopfweh schnell beseitigen. Für die Zukunft aber gilt: Kaffeekonsum
reduzieren und unter der Woche konstant halten.

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Kopfschmerzen
- Stress
- Hormone
- Koffeinentzug
- Verschnupft
- Probleme mit den Augen
- Medikamentös


Verschnupft?

Das passiert: Mit jeder Kopfbewegung meldet sich ein unangenehm pochendes Druckgefühl rund um die Augen oder hinter Stirn und Wangenknochen.


Die Botschaft: Das ist kein Kopfschmerz: Vielmehr sind Ihre Nasennebenhöhlen in Folge eines Schnupfens verstopft oder entzündet. Lösen Sie die Blockade auf – am besten mit örtlichen Wärmeanwendungen wie etwa Rotlicht. Unterstützend wirkt Dampfinhalation mit der Zugabe von ätherischen Ölen (Kamille, Pfefferminz). Und: viel trinken, so bleibt das Nasensekret dünnfl üssig.

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Probleme mit den Augen?

Das passiert: Nach einem Arbeitstag am Computer oder über Akten schmerzt abends Ihr Kopf.


Die Botschaft: Meist ist eine Fehlfunktion des Gehirns schuld. Die Nerven im Hirnstamm sammeln jeden kleinen sensorischen Input im Körper – mitunter entsteht dabei Konfusion: Ihr Kopf missinterpretiert die Nachricht „müde Augen“ als Schmerz. Ein Nickerchen hilft. Oder diese entspannende Übung, bei denen beide Augen gleich stark fokussieren: zwei Minuten lang abwechselnd zehn Sekunden in die Ferne schauen und auf einen Punkt in Ihrer Nähe.

Medikamenten-gesteuert?

Das passiert:Trotz Schmerzmittel verschlimmert sich der Kopfschmerz zusehends.


Die Botschaft: „Frei verkäufliche Schmerzmittel mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure und Ibuprofen können eine Zunahme von Migräneattacken bewirken“, so Dr. Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen. Bei gut 20 Prozent aller Kopfschmerz- und Migränepatienten wurden die Symptome durch zu viele Tabletten ausgelöst. Was hilft? Erarbeiten Sie mit Ihrem Arzt einen Behandlungsplan, der 1. Schmerzmittel reduziert und 2. den richtigen Wirkstoffcocktail zusammenstellt.

 

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