Kontaktlinsen

Immer mehr Menschen sind fehlsichtig, immer mehr von ihnen entscheiden sich für Kontaktlinsen. Zumindest als Alternative zur Brille. Dabei gilt es in Sachen Linsen einige Grundregeln zu beachten: Wir zeigen Ihnen, wie Sie ständig den Durchblick haben!

Längst sind die Zeiten vorbei, in denen Brillenträger abfällig als „Brillenschlangen“ bezeichnet werden. Genauso gehört es der Vergangenheit an, dass Kontaktlinsen nur von Sportlern oder besonders Modebewussten getragen werden. In Deutschland entscheidet sich mittlerweile rund jeder Fünfte der 22 Millionen Fehlsichtigen für Kontaktlinsen. Tendenz steigend.

Ähnliches gilt auch für die ca. 3,1 Millionen Personen, die bei uns in Österreich einen Sehbehelf benötigen. Für viele ist eine Kombination aus Brille und Kontaktlinse am besten.

Kontaktlinsen ins Auge geben

Schon beim Kauf gilt es, ein paar Grundregeln zu beachten:

1. Lassen Sie zuerst bei einem Optiker-Fachgeschäft oder einem Augenarzt Ihre Dioptrien-Anzahl bestimmen und sich gründlich beraten. Nur durch eine individuelle Anpassung ist Seherfolg und gesunde Tragweise von Kontaktlinsen möglich. Ungenau angepasste oder schlecht gepflegte Sehbehelfe sind wie ein Paar zu klein gewählter Schuhe: Sie reiben und beschädigen das empfindliche Hornhautgewebe. Das wiederum lässt Fremdkörper ins Auge und kann

  • Reizerscheinungen,
  • Sauerstoffmangel,
  • Hornhautquellung und damit Verschlechterung der Sehschärfe,
  • Infektionsanfälligkeit und
  • andere Augenschäden zu Folge haben, die bis zur Erblindung führen können.

2. Klären Sie bei der Beratung außerdem folgende Fragen: Wofür wollen Sie die Linsen verwenden? Welche Linsenart ist für Sie am besten? Nehmen Sie eventuell Medikamente ein, die die Tränenflüssigkeit beeinflussen wie Betablocker oder Antidepressiva.

3. Auch wenn es verlockend erscheint, greifen Sie nicht zu Billig-Angeboten aus der Drogerie oder dem Internet. Vor einem Online-Kauf warnen Augenärzte und Optiker-Fachgeschäfte gleichermaßen, hat doch - so die Experten - dadurch die Schädigung durch Kontaktlinsen in den letzten Jahren enorm zugenommen.Obwohl nur rund ein Fünftel der Linsen derzeit aus dem Internet oder Versandhandel bezogen werden, so eine Studie, verursachen diese laut Statistik rund zwei Drittel aller schweren Komplikationen. Das liegt daran, dass die Vertreiber der Kontaktlinsen über Internet oder Versand verschweigen, wie wichtig eine vorherige augenärztliche Beratung ist.

4. Verzichten Sie auf Jux- oder Crazy-Lenses, denn diese können durch Pigmentabsonderungen das Auge nachhaltig schädigen.

5. Pflegen, pflegen, pflegen: Die richtige Pflege ist bei Kontaktlinsen entscheidend. Vor allem beim Herausnehmen und Einsetzen müssen die Hände sauber sein (gründlich waschen), damit keine Keime oder Viren in den Körper gelangen.

6. Tragedauer & Haltbarkeit: Beides ist von Linsentyp zu Linsentyp unterschiedlich. Generell dürfen Kontaktlinsen nie zu lange getragen werden, weil sie die Sauerstoffversorgung der Hornhaut stören. Beachten Sie am besten deshalb die Herstellerangaben und lassen sich von Experten beraten. Und noch eines: Tragen Sie Linsen nie über Nacht, denn sie können austrocknen und damit die Netzhaut nachträglich beschädigen.

Welche unterschiedlichen Kontaktlinsen es gibt, erfahren Sie auf Seite 2 >>


Grundsätzlich lassen sich zwischen harten und weichen Kontaktlinsen unterscheiden. Letztere haben sich mittlerweile eher durchgesetzt, weil sie sich der Hornhaut anpassen, deshalb bequemer zu tragen und verträglicher sind. Es gibt sie als Einweg- oder Austauschvariante, Tages-, Wochen- oder Monatslinsen.

Kontaktlinse ist nicht Kontaktlinse

Darüber hinaus gibt es folgende Arten:

  • Multifokale Kontaktlinsen ermöglichen ein optimales Sehen in unterschiedlichen Entfernungen. Anders als an "normale Kontaktlinsen" gewöhnt man sich nicht so schnell an sie.
  • Bifokale Linsen gleich das Sehen im Nah- und Fernbereich aus und sind deshalb bei der sogenannten Alterssichtigkeit besonders geeignet. Sie sind sowohl in harter als auch weicher Ausführung, als Monats- Zweiwochen und Tageskontaktlinse erhältlich.

  • OK- oder Orthokeratologie-Linsen können speziell von kurzsichtigen Personen getragen werden. Die Linse wird nur nächtens getragen und flacht die Hornhaut des Auges im Lauf der Nacht so ab, dass tagsüber uneingeschränkt gesehen werden kann. Im Lauf des Tages nimmt die Sehfähigkeit allerdings wieder ab, weil sich das Auge wieder in seine Ursprungsform zurückbildet. OK-Linsen sind aufgrund der kostspieligen Anpassung und der aufwendigen notwendigen Kontrollen nicht weit verbreitet. Ferner sind mögliche Komplikationen und Nebenwirkungen dieser Behandlung nicht hinreichend erforscht.
 

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