Können wir bitte aufhören, über Rihannas "extra Kilos" zu reden?

Sängerin Rihanna hat jetzt "feminine Kurven" und schon lassen sich diverse Klatschblätter über die "dicke" Figur der Sängerin aus. Muss das sein?

"Rihanna im Bikini: So sexy können Extra-Kilos sein" (via instyle.de/stars/rihanna-bikini-dick)

SUPERSTAR RIHANNA FRISST SICH EINIGE PFUNDE AN UND PRÄSENTIERT SICH IM BIKINI (via bigfm.de)

"Rihanna wird zum 'Thick Girl': 10kg mehr" (via klatsch-tratsch.de)

"Wo ist die Nachricht?", fragt ihr. Das ist die Nachricht. Rihanna (29) hat ein paar Kilos zugenommen und ist jetzt "dick". Und diverse Klatschblätter sehen darin einen Grund, sich über die Sängerin und ihr "neues" Gewicht ordentlich auszulassen.

Hey Rihanna, du bist zwar jetzt dick, siehst aber in Größe 42 eh auch noch gut aus.

So könnte man die Berichterstattung diverser Medien nach der Veröffentlichung der Paparazzi-Fotos wohl in einem Satz zusammenfassen. Auf der einen Seite lässt man sich genüsslich über Rihannas "Cellulite" und "extra Kilos" aus, zwei Zeilen später wird die Sängerin schließlich dafür gefeiert, dass sie ihren "Körper liebt", weil sie ihn ja so offensichtlich zur Schau stellt.

Liebe Rihanna, Applaus dafür, dass du dich mit deinem fetten Körper nicht in ein Handtuch hüllst oder gar in eine Ecke stellst, sondern dich in der Öffentlichkeit sonnst - obwohl du nicht mehr einer Kleidergröße 34 entsprichst! (Ironie aus)

Wer "body-positive" sein will, soll es auch ernst meinen - oder ganz lassen

Welches Körperbild übermitteln wir eigentlich Frauen, wenn wir gesunde Frauenkörper, wie den von Rihanna, als "dick" bezeichnen und sie auch noch dafür loben, dass sie sich damit in die Öffentlichkeit traut?

Rihannas Körper ist normal und sorry an alle, deren Realität ich gerade zerstöre: Aber so sehen Frauen nun einmal aus!

In Zeiten, in denen wir groß #girlpower, #bodypositive und #loveyourself unter jeden zweiten Artikel schreiben und Kampagnen dafür feiern, dass sie eben kein Photoshop mehr benutzen, kann es doch nicht sein, dass wir Frauen dafür schlecht machen, wenn sie ihre Körper in der Öffentlichkeit zeigen - und auch noch darauf stolz sind!

Noch mehr absurde Bikini-Tipps im Video:

Wer in einer Zeile davon spricht, "sich ein Beispiel an 'curvy' Rihanna zu nehmen" und im nächsten Absatz Diättipps für alle gibt, die "sich in ihrer schlankeren Version wohler fühlen" und das ganze auch noch unter den Schlagworten "rihanna-bikini-dick" betitelt, hat nicht verstanden, dass "Body Positivity" mehr ist, als Frauen dafür zu loben, dass sie sich "trotz" ihres Aussehens wohlfühlen. Denn das, was gerade am Beispiel Rihanna sehr anschaulich wieder einmal gezeigt wird, ist nichts anders als "Body-Shaming" - und ist genau der Grund, warum viele Frauen sich eben doch nicht "in ihrer dickeren Version wohler fühlen".

Liebe Rihanna, du bist ein Vorbild für alle Frauen da draußen. Aber nicht, weil du dich "trotz" deiner "extra Kilos" in der Öffentlichkeit zeigst - sondern, weil du stolz darauf bist!

 

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