Kolumne: Warum lockere G'schichten das Beste am Sommer sind

Ich liebe alles am Sommer – aber am allermeisten, dass es zur Abwechslung einfach mal einfach sein darf.

Heißes Date am Strand

"Hab gleich kein WLAN mehr. Laufe dir am Strand entgegen. Grüne Shorts!" "Bitte in Zeitlupe und mit Baywatch-Titelmusik!" Der Typ kennt meinen Namen genauso wenig wie ich seine Lebens­geschichte, aber wir sind so gut wie allein auf einer einsamen Insel, es hat 37 Grad und alles andere ist für einen Augenblick so wunderbar egal, dass wir uns unkommentiert in die Arme fliegen und direkt so wild zu knutschen beginnen, dass sich die vereinzelten Omis am Strand nach uns umdrehen. "Meer?" "Meer!" Wir werfen unsere Shorts in den lauwarmen Sand und uns in die Wellen, und außer "Du fühlst dich so gut an!" gibt es wenig zu sagen und viel zu erspüren: ein Mund, ein Waschbrett, Schwerelosigkeit, etwas verdächtig Festes – und dazu Salzwasserküsse, die Campari-Soda-Sundowner-Küsse werden, gefolgt vom heißesten Sex der Welt. Hatte ich schon erwähnt, dass ich den Sommer mag?

Heiß

Je höher die Temperaturen steigen, desto weniger Lust habe ich, nachzudenken – weder über meinen Look (abgeschnittene Jeans, Top, Kimono, Lippenstift, passt schon) noch darüber, wie diese oder jene Nachricht gemeint gewesen sein könnte und was "das denn jetzt ist zwischen uns". Hirnwichsereien müssen jetzt einge­mottet werden wie kratzige Wollpullis – der Sommer ist nämlich kurz genug und die Nächte sind lang.

Jetzt erst recht

Gerade in Zeiten wie diesen bin ich dafür, so viele schöne Momente wie möglich zu hamstern – wer weiß denn schon, was danach wieder als Nächstes passiert? Die Monate ohne R sollten so R-rated wie möglich sein, um uns mit ihren Erinnerungen in den restlichen wie ein Kaminfeuer im Unter­stübchen zu wärmen. Weißt du noch, damals im Sommer – als wir einfach so losgefahren sind, die magische Randomness von Zufallsbegegnungen in unser Leben eingeladen haben, als wir doch noch "mit raus auf einen Drink" sind? War das echt ich, die das gesagt, gemacht, gegessen, geknutscht hat? Unser Sommer-Ich erinnert uns daran, wer und wie wir eben auch sein können, wenn wir kurz ausbrechen aus unseren sonst oft so eingetakteten, brav funktionierenden Ichs.

Hot Girl Summer

Die Hot-Girl-Summer-Spielregeln sind gleicher­maßen komplexitätsreduziert:

1. Offen sein.
2. Ja sagen, wenn man Ja meint, Nein sagen, wenn man Nein meint.
3. Nichts erwarten, außer einer neuen Erfahrung. Diese mit allen Sinnen genießen.
4. Der besten Freundin sagen, wann man wo mit wem unterwegs ist, Standort mitschicken, genügend Taxigeld für die Rückfahrt einpacken.
5. Sonnencreme LSF 50.
6. Kondome.
7. Diese beiden nicht kombinieren.
8. Genauso wenig wie Sonne mit zu viel Alkohol.
9. Zwischendurch viel Wasser trinken. Und die wichtigste Hot-Girl-Summer-Spielregel von allen
10.: Wenn wir uns fragen, ob wir das jetzt wirklich machen sollten, lautet die Antwort wahrscheinlich: Ja.

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