Kolumne: Warum es Zeit ist, den Sparefroh zu begraben

Trotz Corona wird fleißig gespart. Besonders für Frauen ist es wichtig, sich ein Polster für die Pension zuzulegen - das Sparbuch ist als Anlageform jedoch nicht geeignet.

Warum das Sparbuch ials Anlageform nicht geeignet ist

Sparen liegt uns Österreicher*innen im Blut. Das hat sich durch Corona nicht geändert - im Gegenteil, wir sind noch sparsamer geworden: Laut Oesterreichischer Nationalbank (OeNB) ist 2020 die Sparquote des verfügbaren Haushaltsnettoeinkommens auf 13,7 Prozent gestiegen; normalerweise liegt sie bei rund acht Prozent. So viel zur guten Nachricht. Jetzt die schlechte: Das Sparbuch ist die beliebteste Sparform. Eine Studie von Imas Austria im Auftrag von Erste Bank, Sparkassen und Wiener Städtische kommt zu diesem Ergebnis.

Echt jetzt? Hat es sich immer noch nicht herumgesprochen, dass das Sparbuch als Anlageform nichts mehr taugt? Der Sparefroh ist tot. Schon seit den 1970er-Jahren liegt der Zinssatz nicht mehr wesentlich über der Teuerungsrate, und seit der Finanzkrise 2007/08 liegt er deutlich darunter. Das bedeutet: Mit dem Sparbuch baut man nicht ein Vermögen auf, sondern das vorhandene Geld wird immer weniger wert.

Pensionsdilemma

Immerhin ist inzwischen die Mehrheit der Österreicher*innen realistisch bezüglich ihrer Pension: Sieben von zehn Befragten glauben nicht, dass sich ein gleichbleibender Lebensstandard ausgehen kann, und wollen finanziell vorsorgen. Besonders wichtig ist das für Frauen, denn sie sind aufgrund von geringeren Einkommen, Kindererziehungszeiten und Teilzeitarbeit bei den Pensionen gegenüber Männern stark benachteiligt.

Verglichen mit dem Pension Gap ist der Pay Gap Kinderkram: Laut einer Wifo-Studie aus dem Jahr 2020 liegt die Lücke gegenüber Männern bei der Alterspension bei 48 Prozent. Wer wissen möchte, wie viel das in "echtem Geld" ist, muss jetzt ganz stark sein: 811 Euro netto pro Monat beträgt die Pension im Schnitt bei Frauen versus 1.563 Euro bei Männern. Deshalb ist finanzielle Vorsorge für Frauen ein Muss (mehr dazu hier).

Es gibt zahlreiche Alternativen

Die Auswahl ist groß, am gängigsten sind Lebensversicherungen, Fondssparpläne oder Wertpapiere. Entweder ihr lasst euch beraten oder ihr beschäftigt euch selbst damit. Das ist keine Hexerei. Übrigens könnt ihr damit sogar der Umwelt etwas Gutes tun: Nachhaltige Investments gewinnen an Bedeutung, und sie performen meist sogar besser. Super, oder? Also - begrabt doch endlich den Sparefroh!

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