Kochtipps für Melanzani

Viele lieben diese herrlichen, dunkelvioletten Früchte – Aubergine, Melanzani, auch oft Eierfrüchte genannt. Jetzt haben sie Saison, wachsen in heimischen Gärten und werden auf den Märkten in Hülle und Fülle angeboten, ob dunkel lila glänzend oder hell lila gestreift. Kochexpertin Anna Walcher hat Kochtipps.

Die Frucht ist eigentlich eine Nachtschatten-Beere und stammt ursprünglich aus Indien und China. In den violetten Früchten stecken die wohltuenden Vitalstoffe Vitamin C und A, die Mineralstoffe Kalzium, Phosphor und Magnesium sowie reichlich Kalium. Außerdem ist die Aubergine Lieferant von blutbildender Folsäure. Der hohe Flavonoid-Anteil kurbelt das Immunsystem an, wirkt außerdem auch antioxidativ und entzündungshemmend.

Melanzani richtig anbraten

Die Frucht mit ihrer glänzenden Schale ist ein wahrer Augenschmaus und kann auf vielerlei Arten zubereitet werden. Die Melanzane ist nahezu kalorienfrei, hat aber eine „Schattenseite" - nämlich ihre sagenhafte Saugfähigkeit. Wird sie in Öl gebraten, nimmt das eigentlich schlanke Gemüse das Fett und damit die im Fett enthaltenen Kalorien wie ein Schwamm auf. Dazu gibt es aber einen einfachen Trick, der diese Aufnahmefähigkeit reduziert:

  • Frucht mit der Schale in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden, mit Salz bestreuen und etwa 30 Minuten ziehen lassen.
  • Vor dem Anbraten nun das Salz abwaschen und die Melanzanischeiben mit Küchenrollenpapier gut trocken tupfen.

Das Salz entzieht sowohl die Flüssigkeit als auch die Bitterstoffe. Das macht das Nachtschattengewächs einerseits sehr bekömmlich, andererseits können die dadurch verengten Zellen viel weniger Fett aufnehmen.

Man kann die Melanzani aber auch ganz ohne Fett im Ofen backen:
Dazu die Frucht mehrmals einstechen, bei 200° Ober/Unterhitze etwa 30 Minuten im Backrohr braten. Melanzani halbieren, das Fruchtfleisch mit einem Löffel von der Schale schaben und nun mit wenig Olivenöl, Gewürzen nach Wahl - probieren Sie einmal Salz, arabisches Ras al Hanout und Kreuzkümmel - und klein gewürfelten, frischen Paradeisern vermischen - so erhalten Sie einen herrlichen Dipp oder Brotaufstrich.

Grillen

Auch auf dem Grill sind Melanzanischeiben sehr gut aufgehoben. Die Frucht dafür längs in nicht zu dicke Scheiben schneiden, salzen, ziehen lassen, trocken tupfen wie oben beschrieben und dann auf den Grill legen. Im Kontakt mit starker Hitze bilden sich rasch köstliche aromatische Röststoffe - aber behalten Sie das Gemüse im Auge, damit die Scheiben nicht zu schnell schwarz werden.

Melanzani

Melanzani würzen

Melanzani vertragen sie sich sehr gut mit Olivenöl, Knoblauch, Chili, etc. Auch mit Rosmarin, Thymian und Salbei ergeben sich köstliche Geschmacksvarianten. Dann noch eine Scheibe frischen Mozzarella oder Ziegenfrischkäse auf die gegrillten Scheiben, mit Kräuteröl beträufeln und fertig ist eine herrliche Beilage zum Grillsteak oder eine wunderbare vegetarische Vorspeise.

Noch ein Tipp: Da sich das Fruchtfleisch an der Luft ziemlich rasch braun verfärbt, bitte erst kurz vor Verbrauch aufschneiden bzw. mit etwas Zitronensaft beträufeln.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten gefällig?

  • In Italien gehören die gebratenen Scheiben auf jeden Antipasti-Teller oder geschichtet mit Mozzarella, Parmesan, Tomatensauce und Basilikum wird der köstliche Parmigiana-Auflauf daraus.
  • In Griechenland gehört die Melanzani mit Erdäpfeln und Faschiertem ins Moussaka.
  • In Frankreich ist sie fester Bestandteil vom Ratatouille.
  • Im Nahen Osten püriert man die im Ofen gebackenen Melanzani (Zubereitung wie oben beschrieben) mit Sesammus, Knoblauch, Zitronensaft und Olivenöl - das Ergebnis heißt Baba Ganusch und schmeckt auf warmem Fladen- oder Pitabrot einfach himmlisch....

Guten Appetit und gutes Gelingen wünscht wie immer

Ihre Anna Walcher

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