Kochbuch des Monats

Weniger Fleisch, mehr Genuss! So lautet das Motto des neuen Kochbuches „Grüner kochen!“. Die Autorinnen Juliana Neumann und Alexandra Medwedeff zeigen darin, wie vegetarische Alternativen den Speiseplan bereichern und der Fleischkonsum wieder zu etwas Besonderem wird. Wir haben die Beiden zum Interview gebeten.

Wie bzw. wann entstand die Idee zu „Grüner kochen!"?
Nach unserem ersten Buch „Jahreszeitenküche frisch vom Markt", wo es ja vor allem um saisonale und regionale Produkte ging, hatte der Verlag eine Idee mit einem Kochbuch mit weniger Fleisch. Da wir aber kein gänzlich vegetarisches Kochbuch machen wollten, ist uns die Idee mit der Reduktion des Fleisches und Fisch gekommen. Und nach ein bisschen Diskussion sind wir schnell bei dem Konzept gelandet, an die Essgewohnheiten anzuknüpfen, die üblich waren, bevor man Fleisch so billig wie heute bekommen konnte.


Sie setzen damit auf vegetarische Ernährung unter der Woche, Fisch am Freitag und Fleisch am Sonntag - ein Speiseplan, wie ihn Ihre Großeltern noch kannten. Wie sieht Ihr persönlicher kulinarischer Alltag aus?
Alexandra Medwedeff: Da ich unter der Woche viel arbeite und den ganzen Tag im Büro bin, gibt es Anfang der Woche erstmal die Reste vom Wochenende. Da versuche ich, gleich für Montag, manchmal auch für Dienstag mitzukochen. Sonst muss es unter der Woche schnell gehen, deshalb steht viel Pasta, Salate und Suppen auf dem Speiseplan. Und auch mal gerne schnell pfannengerührtes Gemüse. Von Freitag bis Sonntag nehme ich mir schon etwas mehr Zeit zum Kochen, probiere etwas Neues aus oder koche altbewährtes: Hier gerne auch Fleisch, Fisch, aber auch viel Gemüse. Und ein guter Kuchen ist am Wochenende ein Muss!

Juliana Neumann: Obwohl ich berufstätig bin, koche ich fast jeden Abend. Dann ist es mir wichtig, dass die Speisen schnell gehen aber trotzdem gut schmecken und voller Vitamine sind. Im Winter koche ich auch z.B. eine größere Menge Suppe, die ich am Folgetag, wenn ich vielleicht wenig Zeit habe, nur noch aufwärmen muss. Am Wochenende und wenn wir Gäste haben, verbringe ich mehr Zeit in der Küche und probiere auch gerne neue Gerichte aus. Fleisch gibt es bei mir nie, da ich selber keines esse. Dafür Fisch, diesen aber vielleicht 2x im Monat.


Welche Tipps geben Sie Menschen, die ihr tägliches Essverhaltung Richtung mehr Gemüse, weniger Fleisch umstellen möchten?
Alexandra Medwedeff: Saisonsal und regional essen - nur so ist das Gemüse wirklich aromatisch und entfaltet seinen ganzen Geschmack. Und man kann ja das Gemüse mit Eiern und Käse kombinieren - das schmeckt auch vielen! Kräuter und Gewürze sind auch wichtige Partner, wenn es um vollen Geschmack geht.

Juliana Neumann: Fangen Sie klein an, das heißt nicht gleich ganz auf Fleisch verzichten, sondern erst mal auf 2-3x statt 5-7x pro Woche reduzieren. Dann ist es wichtig, dass Sie sehr abwechslungsreiche vegetarische Speisen zubereiten und zwar mit vielen Kräutern und Gewürzen damit es Ihnen nicht „langweilig" wird. Probieren Sie auch mal Ihnen weniger bekannte Gemüsesorten. Sie werden staunen, wie süß und schmackhaft z.B. eine Pastinake sein kann.

Teil 2 des Interviews und ein Gewinnspiel finden Sie auf Seite 2!


BSE, Schweine- oder Vogelgrippe, Gammelfleisch und nun der Pferdefleischskandal. Denken Sie, dass Vorfälle wie diese das Konsum- und Essverhalten der Konsumenten langfristig beeinflussen werden? Oder ist der Appetit auf (günstiges) Fleisch doch größer?
Alexandra Medwedeff: Mir kommt vor, dass alle immer bei so Skandalen sehr empört sind, aber bei ihrem eigenen Verhalten wenig ändern. So als ob das alles mit ihnen gar nichts zu tun hätte. Dabei kann jeder Konsument, jede Konsumentin durch ihr eigenes Einkaufsverhalten dazu beitragen, dass der Markt bessere Produkte anbietet. Also hoffe ich schon, dass die Menschen auf Dauer erkennen, dass die Basis von gutem Essen erstklassige Produkte sind - und dementsprechend einkaufen.

Juliana Neumann: Ich hoffe! Allerdings bin ich der Meinung, dass die Umstellung des Essverhaltens verschiedene Faktoren beinhaltet. Nicht nur Lebensmittelskandale, die schnell wieder vergessen sind, sondern auch die Tatsache, wie Tiere gehalten werden und was sie gefüttert werden, welchen Weg Lebensmittel gehen bevor es im Laden landet, die Qualität und der Preis sind u.a. Sachen, worauf jeder von uns achten sollte. Wir müssen auch bereit sein, JA zu einer guten Qualität zu sagen, denn schließlich sind wir das, was wir essen.


Verraten Sie unseren Lesern noch ihr liebstes vegetarisches Gericht?

Alexandra Medwedeff: Das ändert sich laufend... aber gerade sind es die Spinatknödel mit Schafkäsesauce aus unserem ersten Buch „Jahreszeitenküche frisch vom Markt".

Juliana Neumann: Es gibt zu viele zum Auflisten, aber die Maispuffer mit Paprikasalsa im Buch gehören sicherlich dazu!

Mitspielen und gewinnen! Wir verlosen 3 Exemplare von "Grüner kochen!":

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Teilnahmeschluss: 30. April 2013

 

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