Knapp jede zweite Frau fühlt sich im Job nicht gleichberechtigt

… vor allem wenn es um Gehälter und Führungspositionen geht. Das zeigt eine aktuelle Online-Umfrage des österreichischen Jobportals karriere.at anlässlich des Weltfrauentags.

Knapp jede zweite Frau fühlt sich im Job nicht gleichberechtigt

Erst kürzlich (am 15.2.) "feierte" Österreich den Equal Pay Day, also jenen Tag bis zu dem Frauen in Österreich im Durchschnitt gratis arbeiten (WIENERIN berichtete). Kein Wunder also, dass viele Frauen im Land sich nicht gleichberechtigt fühlen. Dass dies der Fall ist, bestätigt eine aktuelle Umfrage der Jobplattform karriere.at. Aus der Befragung geht hervor, dass 44 Prozent der Frauen in der Arbeitswelt keine ausreichende Gleichberechtigung empfinden. Die Details der Umfrage haben wir für euch zusammengefasst.

In einer Onlineumfrage von karriere.at mit 700 Arbeitnehmer*innen (70 Prozent identifizierten sich als weiblich) zeigte sich, dass 44 Prozent der Frauen keine zufriedenstellende Gleichberechtigung im Arbeitsumfeld wahrnehmen. 47 Prozent aller befragten Personen finden, dass Frauen auf dem österreichischen Arbeitsmarkt "keineswegs" bzw. "eher nicht" gleichberechtigt sind.

Gehaltsschere und Chefposten

Der Bereich, in dem am meisten Ungerechtigkeiten wahrgenommen werden, ist das Gehalt (41 Prozent). Darauf folgt das Übernehmen von Führungspositionen. Hier gaben zwei Drittel der befragten an, dass Männer in ihrem Unternehmen die meisten Führungspositionen einnehmen würden.

17 Prozent der Befragten denken, Frauen seien beim Leisten von Care-Arbeit wie Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen im größten Nachteil, während 11 Prozent der Befragten eine Benachteiligung vor allem bei Aufstiegsmöglichkeiten im Job sehen.

karriere.at Umfrage

Kaum Quoteneregelungen

Um Ungerechtigkeiten entgegenzuwirken, sollten Unternehmen nicht auf den Gesetzgeber warten, findet Georg Konjovic, CEO von karriere.at: "[Unternehmen] müssen sich vor allem selbstverpflichten, um den Anteil der Frauen in höheren Funktionen anzuheben. Frauen sollten nicht nur im öffentlichen, sondern auch im privaten Sektor bei gleicher Funktion bevorzugt aufgenommen werden".

Obwohl Frauenquoten bereits seit einigen Jahren in der Öffentlichkeit diskutiert werden, halten sie in vielen Betrieben nach wie vor nicht Einzug. Das offenbarte die Befragung von Unternehmensvertreter*innen: Gut drei Viertel der befragten 37 Unternehmen (77 Prozent) gaben an, dass es in ihrem Unternehmen keine dezidierte Frauen-Quote gibt bzw. dass Männer immer noch in der Führungsstruktur dominieren. Laut Konjovic wäre statt einer Quote allein ein Paket an Maßnahmen sinnvoll, um die Arbeitssituation von Frauen zu erleichtern – z.B. mit besseren Kinderbetreuungsangeboten.

Teilzeitfalle

Ein Grund für die finanzielle Benachteiligung von Frauen, die sich vor allem auf die Situation im Alter auswirken kann, sei laut Konjovic die Teilzeitarbeit: "Laut unserem aktuellen karriere.at Arbeitsmarktreport sind Teilzeitjobs seit 2020 um 85 Prozent gestiegen, dabei waren 2020 sogar vier Mal mehr Frauen in Teilzeitbeschäftigungen als Männer. Leider sind genau diese Jobs häufig mit niedrigerem Einkommen und schlechteren Aufstiegschancen verbunden".

 

Aktuell