Kleinkinder, die Touchscreens verwenden, schlafen schlechter

Drei Viertel aller Kinder zwischen sechs Monaten und drei Jahren verwenden jeden Tag einen Touchscreen.

Je mehr Zeit Kleinkinder mit Touchscreens verbringen, desto schlechter schlafen sie. Das hat nun eine neue Studie bestätigt.

Je mehr Zeit vor dem Touchscreen, desto weniger Schlaf

Drei Viertel aller Kinder zwischen sechs Monaten und drei Jahren verwenden laut den Forschern der University of London und dem King's College London Touchgeräte wie iPads oder Smartphones jeden Tag. Das Licht, das von elektronischen Bildschirmen ausgeht, bringt das schlafregulierende Melatonin zum Sinken. Dieser Zusammenhang steht bei Erwachsenen schon länger fest und könnte auch der Grund für die schlechteren Schlafgewohnheiten bei Kindern sein, so der Studienautor Tim Smith. 715 Eltern füllten einen Online-Fragebogen über ihre Kinder aus. Laut dem Ergebnis verlieren Kinder für jede Stunde, die sie vor einem touchaktivierten Bildschirm verbringen, 16 Minuten Schlaf.

Hyperaktive Kinder durch Smartphones und Tablets

"Die Geräte sind den ganzen Tag in den Taschen der Eltern. Die Kinder lernen schnell, dass das ein interessantes Spielzeug ist und wollen selbst auch damit hantieren", erzählte Smith The Independent. "Viele Eltern fragen sich, welche Auswirkungen das auf ihre Kinder hat, aber da alle diese Innovationen noch ziemlich neu sind, haben wir dazu noch wenig verlässliche Daten oder Handlungsanweisungen für Eltern". Er fügte hinzu, dass die Studie nicht anhand eines genauen Tagebuchs der Kinder durchgeführt wurde: "Wir wissen nicht, zu welcher Tageszeit genau die Touchscreens verwendet wurden. Aber die kumulative Zeit, die die Kinder vor Screens verbracht haben, stand in positivem Zusammenhang mit Schlafstörungen. Die Kinder sind nicht an die Wellenlänge der Strahlungen gewöhnt. Das niedrigere Melatonin führt zu weniger Schlaf und auch einem höheren Niveau an Abgelenktheit."

Touchscreens haben auch positive Auswirkungen

Die Studie hat allerdings auch die positiven Auswirkungen von Touchscreen-Geräten auf Kleinkinder gemessen. Dazu gehören bessere motorische Fähigkeiten, so konnten sie zum Beispiel früher Bausteine aufeinander stapeln.

Studie nicht ganz unkritisch

Es gibt allerdings auch Zweifel an der Studie: Wer sind die Eltern, die typischerweise an einer Online-Umfrage teilnehmen? Kritiker meinen, dass die antwortenden Familien nicht repräsentativ für durchschnittliche Eltern in Großbritannien sind. Überdurchschnittlich viele der Mütter hätten beispielsweise eine universitäre Ausbildung. Es kann nicht hunderprozentig davon ausgegangen werden, dass andere Faktoren wie weniger strikte Bettzeiten, unregelmäßige Erziehungsmaßnahmen oder der allgemeine familiäre Medienbezug aus der Studie erfolgreich aus den Studienergebnissen herausaddiert werden konnten.

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