Kleine Mädchen schimpfen für den Feminismus

Diese Mädchen fluchen, was das Zeug hält:

„Was ist schlimmer: Eine kleines Mädchen, das ‚Fuck‘ sagt, oder die ‚fucking‘ ungerechte und sexistische Art, wie die Gesellschaft Mädchen und Frauen behandelt?“ Das ist die Prämisse des neuesten Werbespots der Bekleidungsfirma FCHK8, die kleine Mädchen zwischen sechs und 13 Jahren in kitschigen Prinzessinnenkleidern und Krönchen wie die Rohrspatzen schimpfen lässt – im Namen des Feminismus (und um T-Shirts zu verkaufen). „What the fuck? Ich bin kein hübsches, scheiß hilfloses Prinzesschen…!“, schreit eine der kleinen Hauptdarstellerinnen. Eine andere kreischt: „Hier ist ein heißer Tipp: Hört auf, Mädchen zu sagen, wie sich sich anziehen sollen, und fangt verdammt nochmal an, Jungs zu sagen, sie sollen nicht vergewaltigen.“
Dieser Satz bekommt noch mehr Gewicht, als die Mädchen anführen, dass eine von fünf Frauen Opfer sexueller Übergriffe wird – und dann durchzählen: 1, 2, 3, 4, 5, - „Welche von uns wird es sein?“

Gegen Ende des Videos gibt’s einen Gastauftritt: Ein Junge, ebenfalls als Prinzessin verkleidet, schreit: „Bro, wenn du einem Jungen sagst, er solle „kein Mädchen sein“, dann heißt dass, das du denkst, „ein Mädchen zu sein“ ist schlecht.“ Eine seiner Kolleginnen bringt es in dem Zweieinhalb-Minuten-Video auf den Punkt: „Scheiß auf diesen Sexismus-Scheiß.“

Schimpfen für den guten Zweck?

Mike Kon, der Produzent des Videos, verteidigt die derbe Sprache seiner jungen Hauptdarsteller: „Manche Erwachsene mögen sich vielleicht unwohl dabei fühlen, wie die Mädchen Schimpfwörter für eine gute Sache verwenden. Es ist schockierend, was sie sagen, aber viel schockierender als das Wort ‚Fuck‘ ist die Tatsache, dass Frauen im Jahr 2014 immer noch weniger Geld für dieselbe Arbeit bekommen als Männer.“

Die gute Absicht, das Tabu-Wort „Feminismus“ ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu richten, kann man den Machern des Videos nicht abstreiten. Nichtsdestotrotz will hier jemand T-Shirts verkaufen und hat dafür auf geschickte Online-Vermarktung gesetzt: Schimpfende Kinder, schon seit längerem ein erfolgreiches YouTube-„Format“, das längst nicht mehr schockiert, sondern belustigt, eine laute, auffallende Optik und nicht zuletzt süße Kinder. Die Aufmerksamkeit der Online-Community ist garantiert.
Ob es der Gleichberechtigung von Frauen nützt, sei dabei dahingestellt.

 

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