"Kinder zu haben hätte meine Arbeit zerstört"

Die wohl bekannteste Performance-Künstlerin der Welt hat mit dem Tagesspiegel über Familie, das Künstlerleben und Fasten gesprochen.

In einem Interview mit dem deutschen "Tagesspiegel" sagte die Performance-Künstlerin aus Belgrad, dass sie drei Mal abgetrieben hat, weil sie davon überzeugt war, dass Kinder ein Desaster für ihre Arbeit gewesen wären. "Man hat nur so und so viel Energie in seinem Körper, und die hätte ich teilen müssen."

Ihrer Meinung nach sind Kinder und eine Familie der Grund dafür, warum Frauen nicht indenselben Positionen wie Männer sind. So erzählte sie weiter: "Das ist meiner Ansicht nach der Grund, warum Frauen in der Kunstwelt nicht so erfolgreich sind wie Männer. Es gibt jede Menge talentierter Frauen. Warum übernehmen die Männer die wichtigen Positionen? Ganz einfach: Liebe, Familie, Kinder – all das will eine Frau nicht opfern."

Auch weil sie selbst eine schreckliche Kindheit hatte, wollte Abramovic keine eigenen Kindern haben. Sie sieht ihre Studenten als Kinder: "Ich glaube an das Unterrichten, ich liebe es." Sie sprach darüber, dass sie sich ohne Mann und Kinder total frei fühlt und in ihrer Kunst aufgeht. Sie reist viel um die Welt und glaubt, nicht anders leben zu können.

Ein Leben für die Kunst

Die erfolgreichste Performance von Abramovic "The Artist is Present" fand 2010 im New Yorker Museum of Modern Art statt, wo sie passiv Berühmheiten und Besuchern gegenüber saß und ihnen in die Augen starte. Aus der Performance wurde ein Dokumentarfilm gemacht und Jay-z adaptierte es auch zum Musikvideo.

In ihrer Kunst ging Abramovic öfter an die Grenzen, und saß zum Beispiel einmal den ganzen Tag lang still. Dazu sagte sie: "Das war das Schwerste, was ich je gemacht habe, darauf habe ich mich ein Jahr lang vorbereitet. Das ist die Hölle. Ich musste vorher meinen gesamten Stoffwechsel umstellen. Für ihre Kunst fastet sie auch regelmäßig, das ist der Hausputz den der Körper genauso braucht wie das Zuhause.

Neugierde als Jungbrunnen

Auch dafür, warum sie so jung aussieht, hatte sie eine Antwort: "Ich glaube, das liegt daran, dass ich das Leben so liebe, Menschen liebe." Abramovic plant wie ihre Großmutter und Urgroßmutter mindestens 100 zu werden.

 

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