Kinder gut betreut

Wer im Herbst 2015 einen Betreuungsplatz braucht, muss sich schon jetzt darum kümmern. Auf was aber müssen Sie bei der Suche nach einem Kindergarten achten, damit Ihr Kind und Sie ein gutes Gefühl bei der Trennung haben? Ein Leitfaden.

Wenn Mama oder Papa nach der Karenz wieder arbeiten gehen, dann wollen sie ihren Nachwuchs gut aufgehoben wissen. Während städtische Kindergärten die Entscheidung meist erst am Anfang des Jahres für den Herbst treffen, kann man sich bei privaten schon Monate und Jahre im Voraus vormerken lassen, teilweise sogar mit Platzgarantie. Oft gilt: Wer zuerst kommt, malt zuerst. Daher heißt es jetzt sich umschauen und in Frage kommende Kindergärten anzuschauen.

Wer kann, hört sich im Freundes- und Bekanntenkreis nach guten Kindergärten um. Denn es gibt kein besseres Qualitätskriterium als zufriedene Kinder und Eltern. Ansonsten helfen Ihnen folgende Kriterien von A wie Anzahl der Betreuer bis Z wie Zusatzangebote bei der Wahl.

Bei einem telefonischen Erstgespräch können Sie überprüfen, was Ihr Wunschkindergarten unbedingt haben muss. Eine Besichtigung verschafft Klarheit, ob der gute Eindruck am Telefon auch in der Realität standhält. Überlegen Sie sich gut, was Ihnen besonders wichtig ist und was nicht. Und bedenken Sie vor allem: Was ist für das Kind gut und wichtig. Denn was für das eine Kind perfekt passt, ist möglicherweise für das andere absolut ungeeignet.

  • Anzahl der Betreuer. Wie viele Kinder kommen auf einen Betreuer? Welche Ausbildungen haben diese? Handelt es sich um Pädagogen oder um Kindergartenassistenten?
  • Einstellung. Wie stark sind diese am Kind und dessen Bedürfnissen orientiert? Werden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt? Es gibt zum Beispiel noch immer Kindergärten, die Kinder mit drei Jahren nur aufnehmen, wenn diese keine Windeln mehr brauchen. Dabei weiß man heute, dass Mädchen erst mit in diesem Alter lernen die Beckenbodenmuskulatur zu kontrollieren, Buben sogar noch später.
  • Essen. Wie schaut der Speiseplan aus? Woher kommt das Essen? Wird es frisch zubereitet oder kommt es aus der Großküche? Gibt es verschiedene Menüs zur Auswahl? Und wie wird damit umgegangen, wenn das Kind vegetarisch oder koscher ernährt wird?
  • Fixe Zusage. Wann kann man mit einer fixen Zu- oder Absage rechnen?
  • Frischluft. Gibt es einen Garten? Wo sind die nächsten Spielplätze? Wie oft gehen die Betreuer mit den Kindern tatsächlich hinaus? Fragen Sie am besten andere Eltern Ihres Wunschkindergartens wie viel Frischluft die lieben Kleinen tatsächlich bekommen.
  • Geschwisterkinder. Ist ein zweites Kind geplant oder vorhanden, dann lohnt sich die Frage, ob Geschwisterkinder bevorzugt aufgenommen werden.
  • Karenzfälle. Ist ein zweites Kind geplant sein, dann unbedingt fragen, wie mit einer neuerlichen Karenz der Mutter oder des Vaters umgegangen wird. In manchen Fällen riskiert man den Verlust des Platzes oder muss die Kinder früher abholen.


Weiter geht es mit K wie Kosten bis Z wie Zusatzangebote auf Seite 2...

  • Kosten. Wie hoch ist der Preis für die Betreuung? Was muss zusätzlich noch bezahlt werden? Wie viel Essensgeld fällt an? Werden Ausbildungen, Jause, Materialien, Ausflüge etc. noch extra verrechnet? Gibt es Förderungen?
  • Krippe oder Familiengruppe? In der Krippe sind die ganz Kleinen bis drei unter sich. Meist handelt es sich dann um kleinere Gruppen mit einem besseren Betreuer-Kinder-Schlüssel, also es kommen weniger Kinder auf einen Betreuer. Auch die Spielsachen sind altersgerechter. In so genannten Familiengruppen werden die ganz Kleinen mit den Großen zusammen betreut. Das hat wiederum den Vorteil, dass man Geschwisterkinder zusammen in eine Gruppe geben kann, wenn man möchte. Und: Sie lernen auch viel von den großen Vorbildern. Für die kleinen Entdecker ist es nämlich etwas ganz Anderes, wenn ein Kindergartenkollege etwas vorzeigt oder vorspricht, als wenn Mama und Papa zur Tat schreiten oder zu Wort kommen.
  • Lage. Je näher der Kindergarten beim eigenen Zuhause ist, desto rascher geht das Hinbringen und Abholen. Denn mit Kindern im Schlepptau kann sich die kürzeste Strecke unendlich ausdehnen. Wer will, kann sich auch eine Betreuung in der Nähe der Arbeitsstelle suchen. Man sollte dabei allerdings bedenken, wie man das Kind zum Kindergarten bekommt, wenn man einmal krank ist und es nicht zuhause behalten möchte.
  • Öffnungszeiten. Von wann bis wann hat der Kindergarten geöffnet und wie passen diese Zeiten zu den eigenen Arbeitszeiten. Anreise nicht vergessen!
  • Organisationsform. Wie ist der Kindergarten organisiert? Handelt es sich um eine städtische Einrichtung, einen Verein oder um einen von den Eltern geführten Kindergarten? Letzteres bedeutet zum Beispiel, dass die Eltern bestimmte Aufgaben übernehmen können und müssen. Dafür dürfen sie andererseits auch mehr mitbestimmen
  • Schließtage. Wann und wie häufig bleiben die Tore geschlossen? Manche Einrichtungen haben nur wenige Tage im Jahr zu, andere fünf Wochen und länger. Wenn dann nicht die Großeltern einspringen können, verbringt man zumindest einen Teil des Urlaubs getrennt vom Partner.
  • Räumlichkeiten. Wie viel Platz hat eine Gruppe? Sind die Räume groß und hell oder eher klein und dunkel? Sieht man von der Straße in die Gruppe hinein?
  • Pädagogisches Konzept. Wird nach speziellen Vorgaben wie Montessori gehandelt?
  • Tagesablauf. Was passiert den ganzen Tag? Wann sind Essenszeiten? Wann wird gespielt? Wann wird geruht? Um wie viel Uhr sollte das Kind spätestens im Kindergarten sein?
  • Wohlfühlfaktor. Ganz wichtig: Wie gut fühlen sich die Kinder betreut. Wer sich den Kindergarten anschaut, muss gut beobachten: Spielen die Betreuer mit den Kindern oder tratschen diese lieber? Kuscheln sich die Kids zu den Pädagogen? Wie wird mit einem schreienden Kind umgegangen? Wie schaut es aus, wenn ein Kind getadelt wird? Im Zweifelsfall andere Eltern ansprechen.
  • Zusatzangebote. Was wird zusätzlich zum normalen Kindergartenalltag noch angeboten? Wie schaut es mit Fremdsprachen, Tanzen, Schwimmen, Musik... aus? Müssen diese Kurse und Veranstaltungen zusätzlich bezahlt werden oder sind diese im Preis schon inbegriffen? Sollten Fremdsprachen gelehrt werden, lohnt es sich auch nachzufragen, ob diese von Native Speakers, also Personen, welche die Fremdsprache als Muttersprache haben, unterrichtet werden.


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