Kinder die stark kontrolliert werden, haben später psychische Schäden

Eine neue Studie zeigt, dass Kinder, die von den Eltern zu stark kontrolliert werden, im späteren Leben psychische Probleme davontragen.

Forscher des University College in London zeigen auf, dass Erwachsene, die früher von den Eltern stark kontrolliert wurden, jetzt mit psychischen Problemen zu kämpfen haben. Der wichtigste Faktor für eine gesunde Psyche sei zwar die Pflege der Eltern, kontrollsüchtige Eltern würden jedoch die Selbständigkeit der Kinder behindern und sie daran hindern, ein starkes Selbstbewusstsein zu entwickeln. Das liege vor allem daran, dass die Kinder nicht aus ihren eigenen Fehlern oder Konflikten lernen können.

In der Studie wurden 2000 Menschen, die im Jahr 1946 geboren wurden, in ihrer Jugend, in ihren 30ern und 40ern und noch einmal zwischen 60 und 64 Jahren über ihre psychische Gesundheit befragt. Sie wurden auch gefragt, wie sie die Qualität der Beziehung zu ihren Eltern in den ersten 16 Jahren beschreiben würden. Studienautor Dr. Mai Stafford sagte gegenüber der BBC: "Alle Eltern kümmern sich in gewisser Weise und sind auch kontrollierend. Es geht aber darum, ob wir uns so fühlen, als würden unsere Eltern in unsere Privatsphäre eindringen."

Die Auswirkungen von zu viel Kontrolle seien ähnlich stark wie bei traumatischen Erlebnissen, wie beispielsweise dem Verlust eines geliebten Menschen. Als negative Kontrolle gilt etwa, den Kindern zu wenige Entscheidungen zu lassen, in ihre Privatsphäre einzudringen und ihre Abhängigkeit zu fördern.

 

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