Kinder auf Kreuzfahrt

Karen Müller fuhr ins Blaue und ließ sich auf einem Luxusliner im Mittelmeer davon überzeugen, dass „Frauen und Kinder zuerst“ auch eine ganz andere Bedeutung haben kann.

Mit Kindern auf ein Kreuzfahrtschiff – und dabei entspannen? Karen Müller fuhr ins Blaue und ließ sich auf einem Luxusliner im Mittelmeer davon überzeugen, dass „Frauen und Kinder zuerst“ auch eine ganz andere Bedeutung haben kann. Willkommen bei der Entdeckung einer neuen (Urlaubs-)Welt.

Text & Fotos Karen Müller

Venedig vom Flugzeug aus gesehen: ein entzückender Anblick. Türkise Wasserstraßen, kleine grüne Inselchen rundum, Motorboote, die schaumige Linien hinter sich lassen. Aber das große, das riesige Weiße da unten … ob das … ist das etwa … Ja, das muss es sein! Unser Schiff! – Ich bin fassungslos. Das Ding ist so groß wie ein ganzer Stadtteil!

Als meine zwei Kinder und ich dann eine Stunde später vor der Costa Serena stehen, ist klar: In dem Kahn hätten mindestens 20 venezianische Häuser Platz. Nebeneinander. Und aufeinander. Laut Prospektbeschreibung hat das Schiff eine Länge von 290 Metern, eine Breite von 36 Metern und 17 Decks, sprich Stockwerke. Ein schwimmender Wohnpark Alt Erlaa, gewissermaßen.

Nachdem wir an Bord gehen, revidiere ich meine Meinung. Nicht Wohnsilo, sondern „verspielter Luxustower“ trifft es eher. Man merkt, dass die Costa eine italienische ­Linie ist. Viel Gold, intensive Farben, Muster und dazu altrömische Fresken als Wanddekoration. In einem gläsernen Aufzug, an Pappmaché-Wolken und ­Engelsfiguren vorbei, fahren wir vom ­Atrium aus auf Deck 8. Einen Gang noch ­entlang und wir sind bei unserer Kabine. Rosa Lee ist hingerissen: „Mama, schau, wie weit man von dem Balkon aus sehen kann!“ – Tatsächlich. Man sieht (die Costa Serena hat noch nicht abgelegt) weit über die Dächer von Venedig hinaus aufs offene Meer. Ein Blick auch vom 21. Jahrhundert hinunter auf eine Vergangenheit, in der sich wohl keiner vorstellen hätte können, dass man einmal Schiffe bauen würde, die höher als der Campanile sind.

Als wir gegen 18 Uhr Richtung Bari ablegen, sind wir schon richtig heimisch an Bord. Wir haben bereits das Sonnendeck und die Pools erforscht, gebadet und einen eisgekühlten Welcome-Punsch geschlürft. Die Costa Serena fährt den Giudecca-Kanal entlang, mitten durch die Lagunenstadt. Ich schaue auf den Markusplatz, den Lido, sehe Murano und andere kleine Inseln – und irgendwann nur noch Blau, Blau, Blau! Mein Herz wird weit. Endlich einmal eine Woche keine Stadt, keine Autos, keine Mauern mehr vor den Augen. Und dafür so viel Luft, so viel Himmel, so viel Wasser!

Fünf Stationen in vier Ländern wird diese Kreuzfahrt haben. Zuerst fahren wir nach Bari in Süditalien, dann folgt Olympia in Griechenland, danach Izmir und Istanbul in der Türkei, und bevor wir wieder in Venedig landen, ist unsere letzte Station Dubrovnik in Kroatien. Beim Abendessen versuche ich, Rosa und Arian unsere Tour zu erklären. Vergebene Liebesmüh. Sie murmeln nur gelangweilt „Ja, Mama …“. Wichtiger ist schließlich die Frage, ob der nette philippinische Kellner einen Riesenburger mit Pommes oder doch lieber ein Lachssteak zum Abendessen bringen soll ...

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Was man mit zwei Kindern auf Kreuzfahrt erleben kann? Lesen Sie mehr über Karen Müllers Reise in Ihrer April-WIENERIN!

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Zwei Club-Urlaube haben Karen Müller (r.) und Tochter Rosa Lee schon gemeinsam getestet. Jetzt lockt ein neues Abenteuer – ein schwimmendes Hotel.

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Vor dem Boarding in Venedig: So etwas haben die kleinen Landratten im Leben noch nicht gesehen!

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Der Blick von Deck 14 – auf die große Wasserrutsche der Costa Serena.

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Blick vom Bosporus auf Istanbul und den Topkapi-Palast.

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Der Kapitän empfängt uns zum Abschied auf der Brücke.

 

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