The Kenzo-Key

Im Jahr 1939 in Japan geboren, gelang Kenzo Takada das schier unmögliche – er brachte sein Label in den 70ern nach Paris. Seine Mode wurde zum Inbegriff für die Weltenvereinigung, heute führt ein Designer-Duo sein Erbe fort. Mit Erfolg, wie die aktuelle Kollektion abermals beweist.

Der Grenzgänger:
Seit Beginn steht Kenzo für Chic, Fashion und Uniquness. Gerade mit der aktuellen Kollektion wo sich Tiger auf Pullover bannen ließen, Maxisilhouetten mit anschmiegsamen vereinten - wird abermals sichtbar, das Kenzo eine eigene Stilsprache spricht.

Kenzo
What we want: der it-Pullover der Saison mit Tigerkopf von Kenzo.

All das ist niemand anderem zu verdanken, als dem Gründer Kenzo Takada. Geboren im Jahr 1939, in Hygogo/Japan, besucht der Kreative ab 1958, als einer der ersten Männer überhaupt, das angesehene „Bunka fashion College" in Tokio.

Die westliche Welt hatte es ihm angetan. Die Möglichkeiten Mode zu machen, waren die, nach denen er sich sehnte. So zog er nach seinem Abschluss 1964 gleich in das stoffene Epizentrum Europas - nach Paris. Schwierigkeiten waren für ihn kein Grund aufzugeben, im Gegenteil. Sechs Jahre später zeigte er seine erste Show in der WVivienne GalleryW, eröffnete seine erste Boutique „Jungle Jap" und 1983 folgte die Männerkollektion.

Kenzo

Die neueste Duftkreation des Hauses: „Madly Kenzo". Das Eau de Toilette (l.) duftet nach Birne, Litschi, Heliotropblüte, Jasmin, Zeder und Moschus. Preis ab € 44,-. Das Eau de Parfum (r.) nach Orangenblüte, Heliotropblüte, Rose, Zeder, Weihrauch und Vanille. Preis ab € 53,-.

Doch das war erst der Anfang seiner Kenzo-Invasion: Ab dem Jahr 1988 widmete sich der Japaner auch der Welt der Düfte. Parfums wie „Kenzo by Kenzo" oder „l´eau de Kenzo" erschienen. Ein erfolgreiches Unterfangen, denn bereits im 1993 wurde Kenzo an den Luxuskonzern LVMH verkauft. Weiter Düfte folgen bis heute - die aktuellste Errungenschaft: „Madly Kenzo". Ein Duft-Duett aus einem Eau de Toilette und einem intensiverem Eau de Parfum.

Die Next Generation:
Ganze dreißig Jahre widmete sich der französische Japaner der Mode. Doch 1999 zog er sich aus der Designwelt zurück und überließ seine Geschäfte seinen Mitarbeitern. 2003 folgte ihm der gebürtige Sarde, Antonio Marras, als Kreativdirektor für die Damenlinie - letztes Jahr wird er schließlich von dem Designer-Duo, den Gründern von Opening Ceremony, Humberto Leon und Carol Lim abgelöst. Für frischen Wind, wie es heißt.

Kenzo

Auszug aus der aktuellen Fall-Winter-Collection 2012 von Kenzo.

Der Kenzo-Stil:
Kenzo ist anders, Kenzo wagt Neues und beugt sich keinen allgemein gültigen Fashionregeln. Genau nach diesem Motto führte bereits der Gründer die Traditionen aus Ost und den Chic vom Westen stofflich zusammen. Das Ergebnis: Volumen-Kreationen mit Kimonoanmutung, verrückte und vor allem bunte Aufdrucken, sowie der Hang zur geschmackvollen Modeironie. All das zeigt man seit Bestehen des Labels immer in einer einzigartigen Fashionshow - Kenzo selbst ließ sich zum Finale einmal auf einem Elefanten über den Catwalk tragen. Jetzt geht das etwas gediegener, aber nicht weniger spannend vor sich: bei der aktuellen Kollektionspräsentation der Männer zum Beispiel waren es Fahrräder, die die Beaus nutzen um den Laufsteg zu rocken.

Kenzo

Blick für das Detail:
Kenzo folgt bei aller Liebe zum Westen immer einer japanischen Tradition - beim Modehaus pflegt man den Blick für das Detail. Nie vergisst man das Kleinste zu betrachten. Accessoires und Schmuck wird demnach große Aufmerksamkeit geschenkt. Bestes Beispiel dafür - die aktuelle Schmuckkollektion: Niemand anderer als Delfina Delettrez. ihrerseits Urenkelin der Fendi-Gründerin, wurde dafür ins Boot geholt. Die Italienerin zählt derzeit zu den angesagtesten Schmuckdesignerinnen weltweit und kreierte für das französisch-japanische Modehaus Preziosen aus vergoldeten Nüssen und transparent eingelegten Früchten, die in Form wunderbarer Schmuckstücke, auf den Ohren, um die Hälser und auch auf Gürteln der Models Platz nahmen.

 

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