Keine Zuckerwatte!

Es war vor einem Jahr in Brüssel, als ich eine denkwürdige Begegnung hatte: Mit anderen Kolleginnen und Kollegen saß ich im Europäischen Parlament und lauschte den Ausführungen eines Vertreters der EU-Kommission...

Der Herr erläuterte eine hochkompliziert aussehende und in bunten Diagrammen auf die Leinwand projizierte Studie, aus der hervorging, dass Frauen bisweilen noch immer weniger verdienten als Männer. Und welche Rolle der Spagat zwischen Karriere und Kindern dabei spielte.

Neben mir saß eine zierliche Dame mit türkisfarbenem Lidstrich und hörte sich das alles mit zunehmendem Stirnrunzeln an. Irgendwann winkte sie nach einem Mikro und erklärte dem Herrn von der EU-Kommission, dass seine Untersuchung auf Grundlage falscher Basisdaten und fehlerhafter Fragestellungen erhoben worden sei, weshalb er seine Präsentation bitte gleich kübeln möge. Es entspann sich eine zehnminütige Diskussion, während der sie sich mit dem gesamten Panel anlegte. Ich erkundigte mich inzwischen, wer denn die Dame sei.

Es war Catherine Hakim, britische Soziologin und Bestsellerautorin, bekannt für provokante Thesen und ihren äußerst unsentimentalen Umgang mit Wirtschaftsthemen.

Und weil wir bereits in den Vorbereitungen für den diesjährigen WIENERIN Summit am 4. April steckten, bei dem wir ebenfalls „Zwischen Kind und Karriere" diskutieren, lud ich sie gleich als Keynote-Speakerin ein.

Denn sehen Sie, wir wollen keine Zuckerwatten-Gespräche. Bisweilen müssen wir uns auf der Suche nach Lösungen auch mit Meinungen auseinandersetzen, die einen anderen Blick auf vielfach durchgekaute Themen erfordern. Mit Catherine Hakim erfüllen wir diesen Anspruch. Wer es diesmal nicht schafft zu kommen: In der Mai-Ausgabe gibt's eine Zusammenfassung.

In dieser Ausgabe lösen wir übrigens unser Versprechen vom Jänner ein: nette Single-Männer für Sie aufzutreiben. Und wenn Ihnen die Aktion gefällt, machen wir vielleicht eine nette Frühlingstradition daraus.

Das Team und ich wünschen Ihnen viel Spaß mit der April-WIENERIN! Möge die Sonne auf Sie scheinen - im Herzen wie am Himmel. Der Winter war lang genug.

 

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