Katharina Gellner: Die Frau hinter den Millionen

Sie bestimmt, wer in die Puls4-Start-up-Show 2 Minuten 2 Millionen kommt, und wird beim WIENERIN Gründerinnentag in der Pitch-Jury sitzen. Wir haben Katharina Gellner gefragt, was sich im Boys-Club der Start-up-Welt gerade so ändert.

katharina-gellner-2-minuten-2-millionen-puls4-gruenderinnentag

2 Minuten 2 Millionen - diese Start-up-Show auf Puls4 kennen quasi alle. Aber jene Frau, die entscheidet, wer hier überhaupt pitchen darf, kennen bei Weitem nicht so viele - bis jetzt. Katharina Gellner ist Sendungsverantwortliche für das Puls4-Format und wird auch beim WIENERIN Gründerinnentag in der Pitch-Jury sitzen. Die Siegerin dieser Präsentation bekommt die Chance, in der nächsten Staffel von 2M2M mit dabei zu sein. Der perfekte Zeitpunkt also, um die Frau hinter den Millionen einmal näher kennenzulernen. Vorneweg: Sie ist ziemlich nett, Mama eines achtjährigen Buben und nimmt das Leben insgesamt gern sportlich. Und jetzt zu den guten Ideen.

WIENERIN: Die wichtigste Frage zuerst: Deine Show 2 Minuten 2 Millionen -was daran ist denn eigentlich echt und was ist Fake?

Katharina Gellner: (Lacht.) Tja, es ist jedenfalls mehr echt, als vielleicht manche Zuseher sich denken. Wir hatten heuer zwei neue Investoren, und auch die waren überrascht, dass wirklich alles echt ist. Also die Investoren und die Investorin wissen nicht, welche Start-ups kommen, die hören und sehen das zum ersten Mal. Aber natürlich ist die Start-up-Szene klein, da kann es schon vorkommen, dass ein Investor vorher mal Kontakt hatte, aber wir sind sehr dahinter, dass solche Vorabkontakte offengelegt werden, damit wir faire Bedingungen für alle Investoren, für die Unternehmer und natürlich auch für die Menschen, die zusehen, herstellen können.

Wie werden die Gründerinnen und Gründer auf diesen Pitch vorbereitet? In zwei Minuten die ganze Geschäftsidee zu präsentieren und dann auch noch als Person gut rüberzukommen ist ja gar nicht so easy.

Also, wir haben eine sechsköpfige Redaktion, und die ist in regem Austausch mit den Pitchern. Darüber hinaus bieten wir auch ein Pitchtraining an. Das können die Leute in Anspruch nehmen, es muss aber nicht sein. Wir merken, dass die Pitchqualität insgesamt besser geworden ist, ich denke, die Gründer lernen auch aus der Show für sich.

Warum habt ihr mehr Männer als Frauen, die sich mit ihren Ideen bewerben?

Ich denke, Frauen wollen besser vorbereitet, irgendwie fertiger sein, ehe sie sich überhaupt einer Präsentation stellen. Und das sieht man auch, denn bei jenen Frauen, die kommen, hat alles Hand und Fuß. Keine Frau kommt ohne Plan. Da steht das Businessmodell, es steht die Präsentation, da passt alles. Ich glaube aber, Frauen brauchen ein bisschen mehr Überwindung, ehe sie nach außen gehen - sie wollen es einfach perfekt machen.

Und Männer kommen auch unperfekt oder vielleicht mal auf halbem Weg?

Zu uns in die Sendung kommt niemand auf halbem Weg, wir schauen uns die genau an, aber ich habe das Gefühl, die Hemmschwelle ist bei Männern etwas niedriger. Vielleicht sind sie präsentationsfreudiger. Aber ich denke, es wird besser: Es gibt immer mehr Frauen, die sich doch trauen und -teilweise sogar neben einem Kind -hier ihre Ideen präsentieren. Die arbeiten dann oft in der Nacht an ihren Dingen - und ich hatte nie das Gefühl, dass Frauen hier weniger Energie haben. Im Gegenteil!

Du wirst am 5. September beim WIENERIN Gründerinnentag in einer Topjury sitzen. Frauen und gemischte Teams werden pitchen, es geht um eine Casting-Wildcard für die nächste Staffel von 2M2M. Worauf wirst du achten?

Dass es ein Investment Case ist, dass die Idee ein Geschäftsmodell ist, das die Menschen interessiert - und darauf, welcher Typ dieser Mensch ist. Neben der Leidenschaft sind Glaubwürdigkeit und Authentizität enorm wichtig.

Und was wünschst du dir persönlich für den Gründerinnentag? Was soll dort passieren?

Was ich mir wünsche und was sicher auch passieren wird, ist, dass einander viele Frauen begegnen und gegenseitig bestärken. Frauenpower überträgt sich, das können Männer nicht so gut. Und natürlich soll es Matches geben, es sollen Ideen Energie für ihre Zukunft bekommen.

 

Aktuell