Karzinomgefahr: HP-Viren

Erst mal eine kurze Begriffserklärung: HPV steht für humane Papillomaviren – und von denen gibt es rund 100.

In ihrer gutartigen Variante treten HP-Viren entweder als Hautwarzen auf oder aber es entwickeln sich Feigwarzen am Genital. Bei Frauen sind meist die Schamlippen bis zum Scheideneingang betroffen, manchmal auch die Scheide selbst oder der Ausgang des Gebärmutterhalskanals. Gefährlich sind die Viren in ihrer „high risk"-Variante (15 Typen sind bekannt), denn aus ihnen kann sich Gebärmutterhalskrebs entwickeln.

Generell merkt man eine Ansteckung nicht so schnell: Die Viren rufen kaum Beschwerden hervor, diagnostiziert werden die Wucherungen durch Blickdiagnose des Arztes. Es gibt aber auch Feigwarzen, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind!


Risikogruppe: Junge Frauen.

Übertragen werden die Krankheitserreger am häufigsten durch direkten Haut- oder Schleimhautkontakt beim Geschlechtsverkehr sowie beim Oralsex. Die Viren können aber auch durch andere Berührungen mit infizierten Stellen übertragen werden, daher bieten Kondome keinen hundertprozentigen Schutz - denn (sexueller) Hautkontakt beschränkt sich ja nicht auf Geschlechtsverkehr. Dennoch sollten Sie sich schützen, vor allem bei häufig wechselnden Sexpartnern: Man nimmt an, dass Kondome zumindest das Risiko von Re-Infektionen reduzieren.

Da die Viren weit verbreitet sind, kommen rund 75 Prozent aller Menschen in ihrem Leben damit in Kontakt. Eine besondere Risikogruppe sind junge Frauen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren - ein Grund, warum Expertin Stary HPV-Impfungen bei jungen Mädchen vor deren erstem Sexualkontakt in Betracht ziehen würde. Denn nur eine Impfung schützt sicher vor einer HPV-Infektion. Die Krankenkassen in Österreich übernehmen die Kosten für die Impfungen derzeit nicht. „Erwachsene Frauen sollten sich jährlich beim Gynäkologen auf HPV-Infektionen testen lassen. Mindestens aber vor jeder neuen Partnerschaft", empfiehlt Dr. Stary.


Was tun?
Gegen die Papillomaviren gibt es derzeit kein Heilmittel, es können nur die Feigwarzen entweder mit Cremes behandelt oder operiert werden. Der Partner sollte mitbehandelt werden. Für Frauen ist es daher wichtig, regelmäßig die Gebärmutterschleimhaut beim Gynäkologen mit dem sogenannten PAP-Test auf Zellveränderungen untersuchen zu lassen, um Infektionen rechtzeitig zu erkennen.

…ist die Lehre von sexuell übertragbaren Krankheiten. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort venus („Liebeslust“) ab, früher sprach man von Venerischen Infektionen, also Krankheiten der Liebesgöttin Venus. Heute verwendet man auch im Deutschen die Begriffe STD/STI (sexually transmitted diseases/infections).
Syphilis
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Weicher Schanker
AIDS
Hepatitis B
Für diese fünf Krankheiten gilt in Österreich die Meldepflicht.

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