Karolinas Tipps

Sie gehört zu den bestbezahlten Models der Welt, dabei wollte sie früher nicht mal eines werden. Seit kurzem moderiert Karolina Kurkova „Das perfekte Model". Mit miss sprach sie über das Business und seine Schattenseiten.

miss: Sie sind eines der erfolgreichsten Models der Welt. Wieso machen Sie jetzt eine TV-Show?
Kurkova: Die Idee für „Das perfekte Model" hat mich sofort begeistert. Ich hatte zwei andere Angebote für ähnliche Formate in den USA, aber was mich an dieser
Show überzeugt hat, war die Herangehensweise an das Thema. „Das perfekte Model" stellt den Modelalltag realistisch dar, wir wollen eine Vorbildfunktion leisten. Ich bin durch alle möglichen Gefühlslagen gegangen während der Show, habe mit den Mädchen mitgefiebert, selbst weinen müssen. Da ist nichts gespielt, die Zuschauer bekommen mit, wie Eva und ich privat sind.

Sehen Sie sich selbst in den Kandidatinnen?
Ich habe mich ständig an die Anfänge meiner Karriere zurückversetzt gefühlt. Eines der Mädchen in der Show hat ebenso Probleme mit ihrer Größe wie ich früher. Sie ist wunderschön, ohne es zu wissen. Da ist es toll, als Vorbild vorangehen zu können und mitzuerleben, wie die Mädchen Selbstbewusstsein entwickeln. Selbst Kandidatinnen, die ausscheiden, haben die Sendung mit einem positiven Gefühl verlassen und waren dankbar für die Erfahrungen. Sie wollen die ungeschönte Realität des Business zeigen.


Worin liegt die größte Herausforderung für ein junges Model?
Du musst mit Kritik umgehen können und stark sein, auch wenn du abgelehnt wirst. Für junge Models ist es schwer verständlich, warum sie einen Job nicht bekommen. Dabei muss das nicht an dir liegen. Man darf nicht alles persönlich nehmen bei Castings. Eine Absage bedeutet nicht immer, dass sie dich schlecht fanden oder nicht leiden können. Das ist wie bei Schauspielern - manche müssen hundertmal vorsprechen, bevor sie eine Rolle bekommen.



Wurden Sie selbst oft abgelehnt?
Sicher, das passiert ständig. Für mich ist das hart, weil ich immer allen gefallen will.

Hat man Sie nie schlecht behandelt?
Da habe ich Glück gehabt. Ich wurde zum Beispiel nie kritisiert oder heruntergemacht, während ich noch im Raum war. Man hört eher später von seinem Agenten, warum man nicht gebucht wurde. Und manchmal liegt's einfach nur an der falschen Haarfarbe.

Karolinas persönlicher Tiefpunkt und mehr auf Seite 2!

Karolina Kurkova wurde am 28. Februar 1984 in Tschechien geboren.

Wegen einer Operation in ihrer Kindheit hat sie keinen sichtbaren Bauchnabel.

Mit 17 Jahren zierte sie das Cover der amerikanischen Vogue.

Sie ist mit dem Filmproduzenten Archie Drury liiert und hat mit ihm einen 2-jährigen Sohn.

Was war Ihr persönlicher Tiefpunkt?
Als ich noch jung war, war es manchmal hart. Da waren die Trennung von der Familie, Veränderungen im Privatleben oder auch mal gesundheitliche Probleme - als junger Mensch muss man lernen, mit all diesen Dingen umzugehen. Hinzu kommt, dass man meist alleine reist und überhaupt viel allein ist, das hält nicht jeder aus. Ich musste auch erstmal lernen zu kochen, Wäsche zu waschen und mit meinem Geld umzugehen (lacht).

Sie sind für Ihre Disziplin berühmt, haben mal 23 Wochen am Stück gearbeiten. Ist Disziplin die wichtigste Qualität, die ein Model mitbringen sollte?
Sie ist sehr wichtig, das stimmt. Bei mir kommt das daher, weil ich seit der Kindheit Leistungssport betrieben habe, genau wie mein Vater (Anm. d. Red.: Kurkovas Vater war ein berühmter Basketballspieler). Meine Willensstärke hat mir extrem geholfen. Doch es gibt auch Dinge wie eine bestimmte Größe oder Körpermaße, die gegeben sein müssen. Kleine Models wie Kate Moss sind eher die Ausnahme.


Wie sieht Ihr perfektes Model aus?
Es kommt nicht nur aufs Aussehen an, sondern auch auf Willensstärke, Persönlichkeit, Ausstrahlung und Wandelbarkeit. Und - das perfekte Model muss den Wow-Faktor haben! Die Siegerin der Show wird schnell lernen müssen, mit der Aufmerksamkeit der Medien umzugehen.


Wie haben Sie selbst gelernt, auf dem Boden zu bleiben?
Man darf sich nicht auf dem Erfolg ausruhen, muss nach der nächsten Herausforderung suchen. Ich habe immer ein normales Leben abseits des Modelbusiness geführt, bin mit der U-Bahn gefahren, habe meine Wäsche im Waschsalon gewaschen, solche Dinge.

Für viele sind Sie die perfekte Frau, sehen Sie das selbst so?
Ich arbeite hart daran, in Bestform zu sein, im Job, als Mensch und was meinen Körper angeht, trotzdem bin ich alles andere als perfekt. Ich habe zum Beispiel keinen perfekten Bauchnabel (lacht)!


Hat das Muttersein Ihren Blick auf Schönheit verändert?
Eher nicht. Ich fand immer schon pure, natürliche Schönheiten am interessantesten. Schönheit ist keine Creme, die man kaufen kann. Schönheit kommt von innen.

Ihre wichtigste Schönheitsregel?
Du bist, was du isst! Du wirst immer so gut oder schlecht aussehen, wie du dich ernährst.

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