Kannst du es dir leisten, deinen Job zu kündigen?

Oft genug ist die Verlockung groß! Aber bevor man in blinder Rage seinen Job kündigt, sollte man sich einige Punkte durchdenken.

Kannst du es dir leisten, deinen Job zu kündigen?

Wir kennen es alle. Die aktuelle Phase mit Krieg in der Ukraine und 2-jähriger Pandemie hat unsere Werte verändert. Wir priorisieren unsere eigenen Bedürfnisse mehr und haben keine Lust mehr auf gewissen Bullshit: Chef*innen, die uns runter machen, toxische Kolleg*innen, schlechte Bezahlung, furchtbare Arbeitsbedingungen oder keine Homeoffice-Möglichkeiten. Immer mehr Menschen kündigen ihren Job oder überlegen zumindest sich eine neue Anstellung zu suchen oder sich selbstständig zu machen. Aber die große Frage dabei ist leider oft für viele: Kann ich es mir leisten, meinen Job zu kündigen?

Kluge Planung

Bustle sprach mit Emily Millsap, einer zertifizierten Finanzplanerin (CFP), die seit mehr als 20 Jahren Menschen rund um solche Themen berät. Sie empfiehlt sich selbst eine Timeline zu setzen und sich Zeit zu geben, die eigenen Finanzen vorher zu klären und zu ordnen, bevor man die Kündigung einreicht. Dabei geht es immer darum, dass man genug Geld auf der Seite hat, sollte man nicht gleich einen neuen Job finden und man sich vor der Kündigung überlegt, in welche Richtung man gehen möchte. Sei es eine neue Anstellung, Selbstständigkeit oder Ähnliches.

Dabei empfiehlt sie einen Betrag auf der Seite zu haben, mit denen man drei bis sechs Monate abdecken könnte: "Diese Zahl kann variieren, je nachdem, wie stabil der Arbeitsmarkt ist, ob ihr ein oder zwei Einkommen habt, ob ihr Kinder habt oder nicht, usw. Das Thema ist sehr individuell."

Deadline für den Job

Was wenn die Finanzen aber noch nicht dort sind? Wer merkt, dass man noch etwas warten und mehr Geld ansparen sollte, bevor man seine Stelle verlässt, hat zwei Möglichkeiten, um das emotional zu überbrücken. Entweder man sucht bereits einen Job, während man schon angestellt ist, oder man setzt sich einen klaren Zeitpunkt, bis man den Job noch erträgt und hat aber schon die Aussicht, dass das "Leiden" dann ein Ende hat. Planung ist hier ganz wichtig, wenn man sichergehen möchte, dass man keine finanziellen Engpässe bekommt.

Emily Millsap sagt dazu: "Ich weiß, ich klingt wie eine kaputte Schallplatte, aber das ist wohl der wichtigste Schritt: proaktive Planung. Keine Situation ist wie die andere, also müssen wir uns darüber im Klaren sein, ob unsere derzeitigen Finanzen die Veränderung verkraften können, und wenn nicht, wie wir sie verbessern können, um einen Zeitplan festzulegen, ohne sich gestresst oder besorgt zu fühlen."

The time is now

Wer sich also umorientieren möchte, dem sei einerseits gesagt: jetzt ist die richtige Zeit! Millionen Menschen kündigen gerade ihre Jobs, was zwei Dinge bedeutet. Einerseits werden gerade viele Jobs frei, andererseits sind Unternehmen im Zwang sich die Bedürfnisse von Arbeitnehmer*innen wirklich anzuhören und zu Herzen zu nehmen, wenn sie gerne qualifizierte, gute Arbeitskräfte möchten. Trotzdem solltet ihr prüfen, ob eure Finanzen eine Kündigung erlauben, wenn ihr nicht genau wisst, ob ihr gleich wieder eine Stelle findet. Es macht also Sinn sich das einmal durchzurechnen.

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