Kämpferin Kesha

Sängerin Kesha wurde berühmt mit einem Song über's Feiern und Saufen. Mit ihrem neuen Album "Warrior" will sie's ruhiger angehen - sagt sie jedenfalls. Im Interview ging's nämlich trotzdem zur Sache...

Stimmt es, dass du deine Assistentin manchmal zwingst, ein Peniskostüm zu tragen und zu tanzen?
Ja, das macht ihr gar nichts aus. Sie mag das. Wir haben wirklich viel Spaß zusammen (lacht).

In deinem ersten Album ging’s auch vor allem um Spaß und Saufen. Hat sich das geändert?
Ich gehe nicht jede Nacht aus, aber ich bin noch immer gut im Feiern. Ich will ja, dass meine Fans die neue Platte hören und die beste Nacht ihres Lebens haben. Aber ich habe in letzter Zeit viele andere Dinge gemacht, bin etwa mit dem Rucksack um die Welt gereist. Ganz alleine, ohne Manager, Security oder so. Und ich habe viel im Tierschutz gearbeitet.

Kesha

Viele Leute halten dich für so was wie eine Anti-Britney. Obwohl du sogar einen Song für sie geschrieben hast …
Ich liebe sie. Ich bin nicht Anti-Britney, ich bin Pro-Britney.

Bist du dann eher wie die kleine, schlimme Schwester?
Ich fühle mich tatsächlich ein bisschen wie die böse, kleine Schwester eines glamourösen Popstars. Natürlich bin ich ein Mädchen und ziehe mich gerne schön an, aber das ist doch alles nur ein oberflächliches Spiel. Du siehst, ich bin eben keine richtige Diva (lacht). Ich verstehe auch nicht, wie die das immer hinkriegen, die ganze Zeit so perfekt auszusehen. Ich könnte gar nicht so lange still sitzen. Da würde ich vor Langeweile sterben.

Und wie sieht es aus mit Tattoos? Für die kannst du wohl still sitzen …
Ich liebe Tattoos. Ich selbst verpasse anderen oft welche, das ist wie ein Hobby von mir. Ich habe auch diese Philosophie, dass Tattoos nichts kosten dürfen. Ich habe viele kleine, die mir Leute auf der ganzen Welt gratis verpasst haben. Sie erinnern mich an kleine, dumme Entscheidungen, die ich mal getroffen habeDu hast auf "Warrior" verstärkt Gitarren eingesetzt. War es gleichzeitig auch eine Reise zu einem neuen Ich?

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Kesha wurde am 1. März 1987 in Los Angeles geboren.

2009 wurde sie mit dem Hit "Right Round" mit Flo Rida bekannt und schreibt seitdem gerne auch ihren Namen mit einem Dollarzeichen statt einem s. Der Grund: Ke$ha hatte damals einen Nummer-Eins-Hit, aber trotzdem nicht mehr Geld auf dem Konto.

Du hast auf "Warrior" verstärkt Gitarren eingesetzt. War es gleichzeitig auch eine Reise zu einem neuen Ich?
Für das erste Album "Animal" gab es eine strikte Regel: keine Gitarren. Und nun will ich bei allem Gitarren und dass es nicht pefekt, sondern schmutzig klingt. Ich spiele mit den Sounds und schaue, wie weit ich an meine Grenzen gehen kann. Ich experimentiere eben gerne und weiß nicht, was ich in meinem Leben mache. Also versuche ich herauszufinden, was gut funktioniert - und mit diesem Album bin ich glücklich, denn meine Fans werden mich als einen besseren Menschen und als Künstlerin kennenlernen.

2011 hast du dir eine Auszeit genommen...
Ich wollte reflektieren, was ich erlebt habe, was unglaublich und zugleich intensiv war. Ich habe einfach eine Sekunde gebraucht mich wieder auf den Boden der Tatsachen wieder zu finden. Denn wann man die ganze Zeit im Bus tourt, Interviews gibt und immer über sich selbst redet geht man manchmal in einer falschen Welt verloren. Und ich wollte sichergehen, dass ich die wichtigen Dinge im Leben nicht aus den Augen verliere.


Glaubst du an Übernatürliches?'
Ja, ich hatte Erfahrungen mit übersinnlichen Phänomenen. Z.B. hat mich in einem alten texanischen Bordell mitten in der Nacht ein weiblicher Geist aufgeweckt. Es war sinnlich, gleichzeitig traurig und vor allem bizarr. Ich denke, das es allgemein im Leben so ist, dass je nachdem was für eine Energie man ausstrahlt, man auch bestimmte Dinge anzieht.

Fühlst du dich heute als "Kämpferin", weshalb du dein Album "Warrior" genannt hast?
Ja, ich bündele gerade diese Art von Energie. Zuvor war ich ein wildes Kind, das in L.A. ohne Geld und Auto rumlief. Ich besaß nichts, aber ich hatte auch nichts zu verlieren. Und ich denke, dass sich mein jetziges Leben drastisch geändert hat. Ich bin noch immer ein wildes Kind, aber jetzt achten Menschen auf mein Verhalten und hören mir zu, was ich zu sagen habe. Ich versuche all diese großen Energien zu nutzen, um ein positiver Mensch voller Power zu sein.

Hat sich dein Leben seit dem ersten Album und dem daraus entstandenen Erfolg verändert?
Früher habe ich gesagt und gemacht, was ich wollte, keiner hat sich darum geschert. Das ist eines der größten Unterschiede. Ich weiß zwar nicht, ob ich schon vollständig akzeptiert wurde, es gibt wahrscheinlich viele Leute, die mich hassen, aber auch viele, die mich lieben. Aber das ist auch typisch, wenn man Popmusik macht.

Du beschreibst dich selbst als einen Perversling. Bist du das wirklich oder ist das nur ein Witz?
Ich denke, dass jeder eine Art Perversling ist. Es ist nur so, dass einige von uns ehrlich sind und einige verschwiegen. Manche drücken sich so aus und andere wiederum unterdrücken es. Es ist nichts, was mich zu einem Außenseiter macht, ich bin einfach nur ehrlich. Ich erfreue mich an meinem Leben, was auch in meinem Song "Die Young" zu hören ist. Dort erzähle ich, dass man jeden Tag und jeden Abend so gut wie möglich leben soll, weil es dein letzter sein könnte. Und ja - ich bin ein Perversling, also kommt damit klar! (lacht)

 

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