Kampf gegen Pick-up-Artist Julien Blanc

Julien Blanc hat sich selbst zum "Pick-up Artist" ernannt und ruft Männer dazu auf, psychische und sexuelle Gewalt einzusetzen, um so viele Frauen wie möglich ins Bett zu bekommen. Jetzt regt sich weltweit Widerstand.


Dieser Mann geht jede Frau etwas an. Denn Julien Blanc hat es sich zum Ziel gemacht, als sogenannter „Pick-up Artist“ so viele Frauen wie möglich flachzulegen. Und interessierten Männern zu zeigen, wie sie das auch schaffen. Blanc tut das jedoch nicht mit Charme, sondern mit Manipulation, psychischer und teilweise physischer Gewalt. Und er ruft seine Fans im Rahmen seiner weltweiten Seminare auf, es ihm gleichzutun.

Selbsternannter "Verführer"

Widerstand gegen Blancs Pick-up Artists regte sich erstmals Anfang November, als Australien dem Amerikaner, der ein Seminar in Melbourne abhalten sollte, die Aufenthaltsgenehmigung entzog. Die Welt wurde schlagartig auf den selbsternannten Verführer aufmerksam, mittlerweile bilden sich off- und online Gruppen, die Länder auffordern, es Australien nachzumachen und Julien Blanc gar nicht erst einreisen zu lassen.

Julien Blancs „Techniken“ würden solche Verbote allemal rechtfertigen, denn er zeigt in Videos, wie er Frauen „verführt“: Er packt sie am Hals, würgt sie oder drückt ihren Kopf in seinen Schritt. Dazu tätigt er Aussagen wie „Als weißer Mann kannst du dir alles erlauben. Vor allem in Tokio: Geh durch die Straßen, schrei ‚Pikachu‘ und schnapp sie dir.“

Julien Blanc Japan Frauen Straße



Auf seiner Website prangt groß der Satz: „Bringe die Mädchen dazu, dich ANZUFLEHEN, mit ihnen zu schlafen, indem du ihr emotionales und logisches Denken ausschaltest und ihnen tausend Gründe gibst, genau das zu wollen …“.
In den Videos auf seinem YouTube-Channel erklärt Blanc seine Leitsätze, etwa jenen, dass jede Zurückweisung von einer Frau eigentlich ein Aufruf ist, es weiter zu versuchen.

Julien Blanc würgt Frau

#TakeDownJulienBlanc

Die Amerikanerin Jenn Li initiierte die Online-Kampagne #TakeDownJulienBlanc und meinte: „Mit der Verbreitung der Idee, dass asiatische Frauen eine ‚Beute‘ für jeden Mann wären, ermutigt Blanc andere Männer, sie zu missbrauchen.‘ Auf einer eigenen Facebook-Seite veröffentlichte Li Details zu Blancs Vorgehensweisen, die er in den Seminaren seiner Firme RSD events weitergibt, etwa eine Graphik, die psychische und sexuelle Gewalt als erlaubte Maßnahme ausweist, um Frauen „dazu zu bringen, zu bleiben“.

Mehrere Petitionen gegen Julien Blanc wurden mittlerweile auf der Website change.org ins Leben gerufen, auf avaaz.org wird dazu aufgefordert, Blancs Auftritte in Deutschland zu sabotieren. Aber auch entsprechende Gegenbewegungen von Blancs Fans gibt es bereits. Seine Unterstützer sehen die Kampagnen als Zensur und meinen, Julien Blanc wäre das wahre Opfer.

Ob der Pick-up Artist und seine Groupies sich von der weltweiten Kampagne gegen ihn abschrecken lassen, ist fraglich. Blancs Seminare sind stets ausgebucht. Eine beängstigende Tatsache.

 

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