Kampf gegen Periodenarmut: Verein stellt Spendenboxen für Menstruationsartikel auf

Obdach- und wohnungslose Menschen haben es oft schwer, an Menstruationsprodukte zu kommen. Ein Verein aus Berlin will das ändern, denn: Menstruieren darf kein Luxus sein.

Hände halten Binde und Tampon

Menstruieren ist teuer: Rund 21.000 Euro geben wir im Laufe unseres Lebens für die Periode aus - das zeigt eine britische Studie aus dem Jahr 2017. Gerade obdach- und wohnungslose Menschen können sich Binden und Tampons oft nicht leisten. Um die Periodenarmut zu bekämpfen, haben sich zwei Berlinerinnen nun was überlegt: Spendenboxen, die an öffentlichen Orten aufgestellt und von jedermann*frau mit Periodenprodukten befüllt werden können. Die gespendeten Artikel werden anschließend an soziale Einrichtungen weitergegeben.

Unterstützer*innen für Projekt gesucht

Die Spendenboxen sollen an öffentlich gut sichtbaren Orten wie etwa im Eingangsbereich von Drogeriemärkten oder Sport- und Bildungseinrichtungen aufgestellt werden. Durch die Verteilung der Boxen an hochfrequentierten Standorten haben alle die Möglichkeit, Hygieneartikel abzugeben.

Die Vision der beiden Initiatorinnen Katja und Undine: Eine Gesellschaft, die sich für das Wohlergehen und die Bedürfnisse der Mitmenschen engagiert. "Das heißt auch, sich für einen gleichberechtigten Zugang zu essentiellen Produkten einzusetzen", schreiben sie auf ihrer Website. Zur Finanzierung des Projekts und der Spendenboxen läuft aktuell eine Startnext-Kampagne. Wer "Social Period" gerne unterstützen möchte, findet alle Infos hier.

Gratis Ausgabestelle auch in Österreich

Anfang Juni eröffnete die Caritas die erste gratis Ausgabestelle für Menstruationsartikel in Österreich. Im Zuge einer füreinand'-Initiative (eine Hilfsaktion von Caritas und Kronenzeitung) gaben etliche Menschen insgesamt rund 100.000 Tampons und viele weitere Hygieneartikel ab. Diese konnten anschließend bei der Ausgabestelle vor dem Tageszentrum am Wiener Hauptbahnhof abgeholt werden.

"Wohnungslose oder armutsbetroffene Frauen erhalten hier kostenlos Tampons, Binden und andere Dinge, die für viele von ihnen nicht selbstverständlich sind. Wir wollen diese Frauen in Not mit den Schmerzen nicht alleine lassen, sondern auf deren Bedürfnisse aufmerksam machen und sie unterstützen", so Stefanie Fiala vom Tageszentrum Hauptbahnhof. Weitere Ausgabeorte sind bereits in Planung.

Frauen von Corona-Krise besonders hart getroffen

Dass gerade Frauen die Folgen der Corona-Krise zu spüren bekommen, machte sich in den letzten Wochen und Monaten auch in den Einrichtungen der Caritas bemerkbar: "Wir spüren die Not vieler Frauen ganz deutlich bei unseren Anfragen“, wird Doris Anzengruber, Leiterin der Sozialberatungsstelle der Caritas Wien auf caritas-wien.at zitiert. "Hunderte Frauen haben sich in den vergangenen Monaten verzweifelt an uns gewendet – Frauen, die den Mehraufwand an unbezahlter Haus- und Kinderbetreuungsarbeit tragen mussten oder ihren Job verloren haben und dadurch in große finanzielle Not geraten sind. Frauen, die nicht mehr wissen, wie sie Miete, Lebensmittel oder andere Dinge des täglichen Bedarfs bezahlen sollen", berichtet Anzengruber.

Die füreinand‘-Mission "Dringend gesucht!" läuft aktuell noch weiter. Was wo benötigt wird, erfahrt ihr hier.

 

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