Kampagne gegen Essstörungen: Liebe dich so wie du bist

„Weg von Idealmaßen, hin zu Individualität“. Die österreichweite Kampagne "Liebe dich so wie du bist" will das Selbstbild von Mädchen und Frauen stärken und für das Thema Essstörungen sensibilisieren.

Dünner, schlanker, schöner: Täglich beobachten die Mitarbeiter des „Therapiezentrums intakt“ den immer größer werdenden Druck auf Frauen und zunehmend auch Männer, einem bestimmten Schönheitsideal zu entsprechen. Die Botschaft, die von Medien vorgegeben oder zumindest transportiert wird, heißt allzu oft „Schön und dünn ist gleich erfolgreich“.
Besondere Gefahr für junge Mädchen geht dazu noch von Social-Media-Plattformen aus: Via Facebook oder Instagram vergleichen sich Freundinnen – wer dünn ist, bekommt bewundernde Kommentare und Likes, wer die größte „Thigh Gap“, also den größten Abstand zwischen den Oberschenkeln hat, kann sich des Neids seiner Follower sicher sein.

Einstieg in die Essstörung

Nicht selten führen derartige Schönheitsideale zu einer verzerrten Selbstwahrnehmung: Eine WHO-Studie aus dem Jahr 2012 zeigt, dass 50 Prozent der österreichischen Mädchen im Alter von 15 Jahren glaubten, sie seien zu dick. Tatsächlich waren lediglich elf Prozent übergewichtig.
Die große Gefahr: Das unreflektierte Selbstbild als Einstieg in eine Essstörung.

Gemeinsam mit den Ministerien für Frauen und Gesundheit will sich das Therapiezentrum diesem schädlichen Trend entgegenstellen. Mit der Kampagne „Liebe dich selbst“ soll jede Frau angesprochen und für das Thema sensibilisiert werden. Johanna Zierl, Projektleiterin der Kampagne: „Es soll ein Umdenken angeregt werden, weg von starren Idealmaßen, hin zu Individalität.“
Unterstützt wird die Plakatkampagne, die unterschiedliche Frauen und deren sprichwörtlichen „Blick auf sich selbst“ zeigt, von der Werbeagentur "Wien Nord" und von der Getränkemarke Vöslauer. Seit vergangenen Freitag sind auf 1,5-Liter-Mineralwasser-Flaschen mit dem Aufdruck „Liebe dich so wie du bist“ im Handel.

Liebe dich so wie du bist

Ein liebevoller, toleranter Blick auf sich selbst

Das „Therapiezentrum intakt“ möchte eine Plattform installieren, die für Betroffene und deren Familien ebenso Anlaufstelle ist wie für PädagogInnen, ÄrztInnen oder MedienvertreterInnen.
Bei der Präsentation der Kampagne lobte die anwesende Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek auch das Projekt www.retuschebarometer.at. Vom österreichischen Werberat installiert, will die Seite zeigen, wie und wo Werbebilder tatsächlich bearbeitet werden.

„Liebe dich so wie du bist“ soll präventiv wirken. Frauen sollen nicht nur einen neuen Bilck auf sich selbst werfen, sondern sich auch untereinander unterstützen. Denn oft ist es die Konkurrenz unter Freundinnen, die den Druck in Sachen Aussehen zusätzlich erhöht.

Weitere Infos und Kontakte auf www.liebedichselbst.at.

 

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