"Jungfrauen-Tests" in Vietnam sorgen für Empörung

Wer als Frau einen Job beim indonesischen Militär oder der Polizei anstrebt, muss eine erniedrigende Prozedur über sich ergehen lassen. Trotz internationaler Kritik halten die Behörden an der Untersuchung weiter fest.

Kritische Stimmen unter vietnamesischen Polizistinnen und Soldatinnen meldeten sich dieser Tage erneut zu Wort, um gegen degradierende Aufnahme-Untersuchungen von Frauen bei der vietnamesischen Polizei und dem Militär mobil zu machen.

Bereits im Jahr 2014 machten lokale und internationale Stimmen auf die so genannten "Jungfrauen-Tests" aufmerksam, die im Rahmen des Aufnahme-Verfahrens angehender Polizistinnen und Soldatinnen vorgenommen werden. Ziel der vietnamesischen Autoritäten sei es, die "Moral" der Bewerberinnen durch die Untersuchungen festzustellen. Denn nur wer jungfräulich ist, ist auch geeignet für den Job, so die absurde Vorstellung der Behörden.

Bewerberinnen müssen "Zwei Finger"-Tests bestehen

Die Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" fordert seit Jahren ein Ende der frauenfeindlichen und erniedrigenden Praxis, die nicht nur respektlos ist, sondern vor allem wissenschaftlich keine Fundierung hat. Die Behörden glauben mit so genannten "Zwei Finger"-Tests, feststellen zu können, ob das "Jungfernhäutchen" der Frauen noch intakt ist oder nicht. In Wahrheit ist die Prozedur, die von Männern durchgeführt wird, für die Bewerberinnen "schmerzhaft, peinlich und traumatisch".

Einsicht bei den Behörden sucht man allerdings vergebens. Im Mai 2015 reagierte der damalige Kommandant der indonesischen Luftwaffe, General Moeldoko, auf die Kritik und sagte: "Und was ist jetzt das Problem? Es ist eine gute Sache, warum muss man es kritisieren?". Ähnlich der Sprecher des Militärs, der die Maßnahme gegenüber GegnerInnen rechtfertige und meinte: "Wenn sie keine Jungfrauen sind, wenn sie 'naughty' sind, dann ist das für ihre Mentalität nicht gut,” so Basya damals gegenüber dem "Guardian".

Die "Jungfrauen-Tests" werden laut "Human Rights Watch" international als Verletzung der Menschenrechte angesehen. Trotz mehrfacher Bemühungen, auch von weiblichen Politikerinnen, zeigen neueste medizinische Aufzeichnungen, dass die Prozeduren weiterhin durchgeführt werden. "Wir werden die Tests auch weiterhin durchführen. Denn als Person des Militärs gibt es nichts Wichtigeres als die Psyche. Physische und intellektuelle Anforderungen sind zweitrangig", so Baysa.

 

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