Junge Umweltaktivistin hält statt Sebastian Kurz Rede

Die Intervention der jungen Frau während des "R20 Austrian World Summit" in Wien sorgte im Publikum für Staunen. Und wenig später im Netz für Begeisterung.

Sebastian Kurz setzt gerade zur Rede an, als aus dem Publikum plötzlich Stimmen ertönen. Eine junge Frau bittet ihn, vor seiner Eröffnungsrede ein paar Worte sprechen zu dürfen - und Kurz willigt überraschend ein.

Protest gegen österreichische Klimapolitik

Die junge Aktivistin nimmt den österreichischen Bundeskanzler beim Wort und ergreift das Mikro. Szenen, die heute Vormittag beim "R20 Austrian World Summit" in der Wiener Hofburg live übertragen wurden - und derzeit auf Social Media diskutiert werden.

Was nach diesem Überraschungsmoment folgte, war eine Brandrede für den Klimaschutz und gegen die Umweltpläne der Regierung, mit der vorher wohl niemand gerechnet hätte.

Sebastian Kurz und seine Regierungsmitglieder müssen in den folgenden drei Minuten viel einstecken - ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, in dem sich Politgrößen und Umweltaktivisten wie Arnold Schwarzenegger oder Jane Goodall mitten im Publikum befinden.

Schluss mit "grünen Lügen"

Die Aktivistin, die im Namen der Organisation "System Change, not Climate Change" ("Systemwandel, nicht Klimawandel", Anm.) sprach (ganze Rede hier), kritisiert Kurz (in seinem unmittelbaren Beisein) für die "desaströse" und "planlose" Klimastrategie von VP-Umweltministerin Elisabeth Köstinger, für die zu wenige Mittel zur Verfügung stünden.

Die Aktivistin sprach außerdem von milliardenschweren Förderungen fossiler Brennstoffe, die von Kurz unterstützt werden und verurteilt den Wunsch des FP-Verkehrsministers Norbert Hofer nach einer dritte Piste am Wiener Flughafen als "klimaschädlichstes Großprojekt Österreichs".

Mit dem Protest, so betont die Aktivistin, wolle man nicht gegen jene vorgehen, die ernsthaft etwas gegen die drohende Klimakatastrophe tun, sondern gegen jene, "die vom Klimaschutz reden, aber das Gegenteil machen". Es müsse nun Schluss mit "leeren Worten" und "grünen Lügen" sein, stattdessen bräuchte es einen Systemwandel, fordert sie im Namen der sozialen Bewegung.

 

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