Junge ÖVP darf bei der Regenbogenparade nicht mitlaufen

Die Politik der ÖVP habe sich bisher konsequent gegen die Rechte von LGBTIQ-Personen gerichtet, sagen die Veranstalter der Pride-Parade - und lassen die JVP nicht mitmarschieren.

Europride 2019

Zum ersten Mal in der Parteigeschichte wollte die Junge ÖVP Wien am Samstag bei der Pride Parade über die Wiener Ringstraße marschieren. Den Antrag dafür hat die Jugendorganisation der Volkspartei beim Veranstalter, der HOSI Wien, eingereicht.

Dort war man verwundert - und hat genau geprüft, wie sich die JVP in den letzten Jahren zu LGBTIQ-Themen positioniert hat. Das Ergebnis: Die JVP "hat nicht nur zur LGBTIQ-feindlichen Politik der ÖVP konsequent geschwiegen, sondern es haben sogar die JVP-Gemeinderätinnen 2018 gegen die Subvention für die EuroPride Vienna gestimmt. Wenn es nach der JVP gegangen wäre, gäbe es keine EuroPride Vienna", so HOSI-Obmann Moritz Yvon gegenüber dem Kurier. Ein öffentlich wahrnehmbares Umdenken habe es dazu nie gegeben.

Die HOSI sieht hinter dem Wunsch der JVP eine "bloße Werbeaktion ohne erkennbare Substanz", das sei "zu wenig". Denn: "Man kann nicht 364 Tage im Jahr Politik gegen Akzeptanz und gleiche Rechte machen und sich dann am 365. Tag plötzlich abfeiern lassen wollen."

Konservative auf der Pride

In der JVP versteht man die Ablehnung des Veranstalters nicht. Die Entscheidung, an der Regenbogenparade teilzunehmen, sei bereits im November 2018 gefallen, auch die HOSI wüsste seit Dezember von den Plänen. Der jetzige Gegenwind passt für Nico Marchetti, Landesobmann der Jungen Volkspartei Wien, nicht zum "Charakter dieser Veranstaltung", weil "ein überparteilicher Schulterschluss" dem "Gründungs- und Ursprungsgedanken der Regenbogenparade" entspreche. In anderen Ländern würden konservative Parteien "selbstverständlich" an der Pride teilnehmen.

Gegenüber dem Kurier betonen jedenfalls beide Seiden, dass nächstes Jahr alles anders ausschauen könnte: "Wenn es in der JVP und, noch besser, in der ÖVP ein glaubwürdiges Umdenken gibt, können wir gerne neu darüber reden", sagt Yvon. Die diesjährige Absage sei "keine grundsätzliche Ablehnung konservativer Politik". Die JVP will es 2020 jedenfalls nochmal probieren.

 

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