Junge Mutter nahm sich das Leben - ihr Mann hat eine wichtige Botschaft

Warum auch die Gesellschaft schuld daran ist, dass Mütter psychisch krank werden.

Florence Leung war erst 32 Jahre alt - und sie hatte ein gerade einmal 2 Monate altes Baby. Trotzdem hat sich die junge Kanadierin das Leben genommen. Das Baby war ein Wunschkind, ihr Mann und sie hatten sich darauf gefreut und ihrer Freude in diversen Fotoshootings Ausdruck verliehen.

Als ihr Sohn zwei Monate alt war, ist Florence plötzlich verschwunden. Verzweifelt suchte ihr Mann wochenlang nach ihr - er startete sogar eine eigene Facebook-Seite, um seine Frau zu finden. Doch die Suche war leider vergeblich. Florences Leiche wurde schließlich gefunden. Sie hatte sich im Meer das Leben genommen.

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Ihr Mann schrieb einige Wochen später auf Facebook über dieses tragische Ereignis: "Es war genau wie in einer dieser Filmszenen, wenn die Polizei mit schlechten Nachrichten kommt. Dieser Ausdruck in ihren Gesichtern. Doch so surreal all das wirkte, es war kein Film. Das passierte wirklich. Das war das echte Leben."

Seine Frau litt unter postpartaler Depression


Er wusste, dass seine Frau unter postpaler Depression gelitten hatte - und er tat alles, damit es ihr besser geht. Mit der Entscheidung von Kim hatte er trotzdem nicht gerechnet. Besonders der Druck, das Baby stillen zu müssen, hatte die junge Mutter unter einem enormen Druck gesetzt, sie litt unter Schlafstörungen.

"Fühlt euch NIE schlecht oder schuldig, wenn ihr nicht in der Lage seid, 'ausschließlich zu stillen'"


Jetzt hat der junge Vater eine wichtige Botschaft an die Gesellschaft, die seiner Meinung nach Mütter zu sehr unter Druck setzt:

"An alle Mütter, die Stimmungstiefs oder Angst verspüren - bitte sucht euch Hilfe und sprecht über diese Gefühle. Ihr seid nicht allein. Ihr seid keine schlechten Mütter. Fühlt euch NIE schlecht oder schuldig, wenn ihr nicht in der Lage seid, 'ausschließlich zu stillen', auch wenn ihr euch vielleicht von Postern in Geburtsvorbereitungskursen oder Belehrungen in Broschüren oder von Bekannten unter Druck gesetzt fühlt.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich nach Flos Entlassung aus dem Krankenhaus ein Informationsblatt gelesen habe, mit der Überschrift: Muttermilch sollte das einzige Nahrungsmittel für Babys in den ersten sechs Monaten sein. Ich erinnere mich auch an die Poster auf der Entbindungsstation, auf denen 'Breast is Best' zu lesen war.

Ich kenne die Vorteile von Muttermilch, aber trotzdem MUSS es ein Verständnis dafür geben, dass in Ordnung ist, mit Milchpulver zu füttern und dass auch Fläschchennahrung eine völlig akzeptable Option ist."

Der "Baby Blues" ist die häufigste und leichteste Form der Wochenbettreaktion und tritt in den ersten Tagen nach der Geburt auf. Rund 75% der Frauen sind von ihr betroffen. Obwohl der Baby Blues mit teils sehr heftigen Gefühlen einhergeht, geht er rasch vorbei. Zeichen dafür sind: Weinen ohne wirklichen Grund, Angstgefühle und Ungeduld.

Die postpartale Depression betrifft fast jede sechste Frau. Eine Behandlung ist spätestens dann angebracht, wenn man nicht mehr mit dem Alltag zurechtkommt. Körperliche Symptome können Herzrasen und Herzschmerzen, abwechselnde Hitze- und Kältegefühle, Schwindel und Zittern sein. Sie kann bis zu einem Jahr nach der Geburt auftreten und bleibt deshalb oft unbehandelt, weil der Zusammenhang zwischen Krankheit und Auslöser meist nicht mehr erkannt wird.

 

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