Junge Menschen haben kaum Finanzwissen - das könnte gefährlich werden

Die Mehrheit der Jugendlichen hat keinen Tau von Geld – dabei ist Finanzwissen so wichtig wie nie zuvor. Die Schulen verabsäumen hier ihren Bildungsauftrag.

Junge Menschen wissen kaum etwas über Finanzen - das könnte gefährlich werden

Der Umgang mit Geld will gelernt sein. Ich hatte das Glück, dass ich schon zu ­Hause sehr viel über Geld mitbekommen habe – das lag daran, dass meine Mutter Bankerin war. Bei meinen Altersgenoss*innen hatte ich diesbezüglich ein wenig den Ruf eines Nerds, wobei es diesen Ausdruck damals natürlich noch nicht gab. Schon im zarten Alter von zwölf begann ich, eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung mit meinem Taschengeld anzustellen. Zugegeben, das ist vielleicht etwas übertrieben, aber als Jugendliche*r ein Grundverständnis für Geld vermittelt zu bekommen ist enorm wichtig. Das gehört zur Allgemeinbildung.

Finanzbildung ist für die jüngeren Generationen noch viel wichtiger als für die Älteren – denn die gesetzliche Pension fällt immer geringer aus. Darum ist es unabdingbar, privat vorzusorgen. Will man für die Pension ansparen, dann muss man sich heute aufs Finanzparkett begeben, denn die alten Klassiker wie Sparbuch, Bausparer und Erlebensversicherung bringen bestenfalls nichts – oder die angesparte Summe verliert wegen der Inflation und der niedrigen Zinsen über die Jahre an Wert. Doch für Unwissende ist das Finanzparkett recht rutschig. Daher halte ich es hier mit Schiller: "Früh übt sich, was ein Meister werden will."

Düstere ­Zukunftsaussichten

So wichtig Finanzbildung bei der Jugend wäre, so ernüchternd ist das tatsächliche Wissen, wie eine aktuelle Studie erneut belegt. Für den YEP-Jugendbericht des ­Erste Financial Life Park (FLiP) wurden Jugendliche im Alter zwischen 14 und 20 befragt. Dieser Generation mangelt es an Vertrauen in die eigene Kompetenz und sie ist skeptisch, was ihre finanzielle Zukunft betrifft. Nur jede*r fünfte Jugendliche weiß, wie viel Geld er oder sie im ­Monat ausgibt, andererseits hat auch jede*r Fünfte Sorge, geborgtes Geld nicht zurückzahlen zu können.

In der Schule ist Finanzbildung so gut wie nicht vorhanden, doch nur dort erreicht man alle gleichermaßen – denn nur bei 20 Prozent der Befragten ist Geld im Elternhaus regelmäßig ein Thema. Schlimmer noch: In vielen Familien mangelt es auch bei den Erwachsenen an Finanz­wissen. Nicht alle haben das Glück, eine Bankerin zur Mutter zu haben.

 

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