Junge Frau wird festgenommen, weil sie Minirock und Crop Top anhatte

Ihr Snapchat-Video davon, wie sie im Minirock über die Straße läuft, hatte in Saudi-Arabien für einen Aufschrei gesorgt. Nun ist die junge Frau festgenommen worden.

Wenn Frauenkörper zum Politikum werden, dann passiert vor allem eins: ihnen werden Kleidungsvorschriften gemacht. InSaudi-Arabien etwa ist das Verschleiern von Frauen in der Öffentlichkeit Pflicht. Nackte Schultern, Arme oder Beine sind in der Öffentlichkeit verboten.

Kürzlich ist dort eine junge Frau festgenommen worden, weil sie in einem Internet-Video unverschleiert im Minirock sowie mit Top und Sonnenbrille bekleidet beim Spaziergang durch eine Gasse zu sehen ist.

„Die Polizei in Riad hat eine Frau aufgegriffen, die in Uschaiger [ein Dorf nahe Shaqraa in Saudi-Arabien, Anm.] in freizügiger Kleidung aufgetaucht ist. Sie wurde der Staatsanwaltschaft überwiesen“, berichtete das staatliche Fernsehen am Dienstag via Twitter. Der Vorwurf: Sie habe „unangemessene Kleidung“ getragen.

Frauen in Saudi-Arabien unterliegen weiterhin diskriminierenden Gesetzen

Das Video, das nur ein paar Sekunden lang ist, verbreitete sich rasend schnell im Netz - und sorgte für jede Menge Aufregung. Selbst jene Social-Media-Accounts, die das Video weiterverbreiteten, werden jetzt von der Staatsanwaltschaft untersucht, so die Nachrichtenagentur AP.

Wie es mit der jungen Frau weitergeht, ist unklar. Sie hat angegeben, auf dem Video zwar zu sehen zu sein, aber es nicht selbst hochgeladen zu haben.

Das Land Saudi-Arabien hat strenge Vorschriften für Frauen - doch langsam tut sich auch dort etwas. Im Jahr 2015 haben Frauen erstmals gewählt und sich als Kandidatinnen aufstellen lassen, und immer mehr Frauen steigen in den Arbeitsmarkt ein. Seit Kurzem können Mädchen in Schulen Sportkurse besuchen.

Doch das sind nur winzige Schritte angesichts der realen Diskriminierung, die noch immer vorherrscht. Die Frauen versuchen sich jedoch anderweitig ihre Freiheit zu holen. Denn obwohl Frauen in der Öffentlichkeit ihre Reize nur sehr beschränkt zeigen dürfen, geben sie laut einem Bericht der Financial Times fast 1,9 Mrd. Euro für Kosmetikartikel aus. Pro Kopf liege der Verbrauch damit nicht nur im Nahen Osten, sondern auch weltweit an vorderer Stelle.

 

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