Julie Delpy: Was nicht passt, wird passend gemacht.

Hochzeiten hasst Julie Delpy genauso wie Romantik. Komisch nur, dass sie für Liebesfilme bekannt ist.

Hochzeiten hasst Julie Delpy genauso wie Romantik. Komisch nur, dass sie für Liebesfilme bekannt ist. Jetzt hat sie das Ruder als Regisseurin selbst in die Hand genommen. Und setzt auf Kulturschocker.

Text Julia Wagner Fotos 3L-Filmverleih
Aller Anfang ist schwer, so auch der einer Hollywoodschauspielerin, die sich als Regisseurin versucht. Doch um sonst befindet man sich nicht im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Unbegrenzt? Unbegrenzt ist demnach auch der Grad an Schummelei, den man einsetzen darf, sein Ziel zu erreichen. Also warum nicht auskosten, was einem versprochen wird. Ganz nach dem Motto kam Julie Delpy zur Finanzierung ihres Regiedebuts 2 Days in Paris.
Ein Amerikaner und seine französische Freundin besuchen in Paris, der Stadt der Liebe, ihre Eltern und werden mit den dortigen kulturellen Unterschieden konfrontiert. Das kommt Ihnen bekannt vor? Stimmt. In den Liebesfilmen Before Sunrise und Before Sunset gab die heute 37-Jährige erfolgreich die Französin an der Seite eines Amerikaners, in dem Fall Ethan Hawke.
Die ähnliche Konstellation ist natürlich kein Zufall, womit wir bei den besagten Schummeleien wären.
Der Griff in die Trickkiste war nötig, um die Finanzierung von 300.000 Euro für Delpys Film zu sichern. „Ich ließ die Leute glauben, ich würde wieder so eine romantische Komödie machen, und dann habe ich einfach all das politisch unkorrekte Zeug reingepackt“ , sagt sie.
300.000 Euro in Hollywood aufzutreiben, man könnte meinen, das sei ein Witz. Peanuts, die nebenbei abfallen, betrachtet man mal die großen Milliarden schweren Blockbuster. „Heutzutage haben einfach alle Angst davor, Geld zu investieren. Als Frau im Filmbusiness hast du es besonders schwer. Es
ist einfacher für einen Bauarbeiter, ins Regiefach zu wechseln, als für eine Schauspielerin“, beklagt sie sich. Einesihrer Projekte liege seit acht Jahren brach, weil sich partout kein Sponsor finden wolle. Drehbücher, die sie unter einem männlichen Pseudonym eingesendet hat, wären dagegen im Nu finanziert worden. Die Filmindustrie sei noch immer verdammt frauenfeindlich. „ Du kommst zu einer Besprechung, und eigentlich wollen sie dir nur an die Titten“, sagt sie.
Entmutigen lässt sich Julie Delpy aber nicht so schnell. Und dreinreden schon gar nicht. Ach ja, wie ist das nun eigentlich mit Ethan Hawke?
Antworten finden Sie in der Mai-WIENERIN.
Was es sonst noch wissenswertes über Julie Delpy gibt:

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