Julia Restoin Roitfeld im Interview

Julia Restoin Roitfeld (32), Sprössling einer Pariser Modedynastie, hat nicht nur Fashion im Blut, sondern beweist jetzt auch, dass man Model, Muse und Mutter zugleich sein kann.

Mit vier saß sie bei den Pariser Modeschauen auf dem Schoß ihrer Mutter, mit zehn wurde sie von Mario Testino für die Vogue Bambini fotografiert, Mitte 20 wurde sie zum Model, zur Muse und der Designer Tom Ford beschrieb sie als „genau das, was Schönheit ausmacht für mich." Und als Julia Restoin Roitfeld letztes Jahr ihr Tochter zur Welt brachte, entwarf er sogar ein Paar Wildleder-Kitten-Heels in Babygröße.

FRANZÖSISCHER CHARME & CHIC

Als Sprössling einer Pariser Modedynastie - ihre Mutter Carine war Chefredakteurin der französischen Vogue, ihr Vater Christian erschuf das Mode-Label Equipement - wirkt Julia Restoin Roitfeld fast ein bisschen zu sehr nach Haute Couture, um jungen Müttern praktische Stylingtipps zu geben. Trotzdem hat ihr Blog Romy & The Bunnie, der teils Tagebuch, teils Familienalbum ist, immer mehr Anhänger. Ihr Motto lautet: „Man kann einen Job haben und ein Baby und Stil und einen Körper!"


Julia Restoin Roitfeld

Restoin Roitfeld brachte im Mai 2012 ihre Tochter und im März 2013 ihren Blog zur Welt. Als wir mit ihr sprechen, ist Romy mit ihrer Babysitterin im oberen Stockwerk. „Als ich ein Kind war, hatten wir immer eine Babysitterin", sagt sie. „Anfangs wollte ich das Gegenteil machen. Ich wollte jede Minute mit meiner Tochter verbringen. Dabei habe ich nie auf Babys aufgepasst. Ich hatte Angst, ein Baby zu halten. Dann hat sich aber alles ganz natürlich entwickelt."

Dennoch entschied sie sich für eine Nanny und arbeitet heute drei Stunden täglich an ihrem Blog. Dass ihre Tochter ihre Wurzeln kennen lernt, ist ihr wichtig. „Ich fühle mich französisch. Mein Baby wurde in New York geboren, aber ich will, dass sie die französische Kultur lebt. Ich habe begonnen, mit ihr Kinderlieder zu singen, die mir meine Mutter vorgeträllert hat."


Julia Restoin Roitfeld

Über französische Frauen sagt sie: „Wir sind kokett. Es ist lustig, weil man sagen könnte, dass französische Frauen immer frisch aussehen, dabei verbringen wir nicht viel Zeit im Badezimmer und setzen tagsüber auf ein minimalistisches Make-up." Was Training und Fitness angeht, erklärt sie: „Französische Frauen machen nicht viel Sport - wir haben keine Fitnessstudios, die rund um die Uhr geöffnet sind so wie in den USA. Aber vielleicht liegt es am Essen. Französische Leute naschen nicht so viel zwischendurch - das gehört nicht zur Kultur."

UMSTANDSMODE & BABYKLEIDUNG

Im Moment denkt sie darüber nach, Umstandskleidung zu entwerfen, die Frauen nach der Geburt weitertragen können. Sogar in den schicksten Läden New York war sie über das Angebot an Umstandsmode entsetzt. „Alles war grausam. Als ob man, nur weil man Mutter wird, Mode nicht mehr mögen kann. Entweder war es zu mütterlich oder zu mädchenhaft. Topshop war der einzige Laden, der mit Trends gearbeitet hat und diese dann für werdende Mütter reproduziert hat. Ich hatte nach der Geburt noch ein kleines Kügelchen. Nur war es härter als während der Schwangerschaft, denn jetzt wollte ich den Bauch ja verstecken."

Apropos Kleidung. „Zu Beginn trug Romy nur weiße Shirts und Leggins - alles, was leicht zu waschen ist", sagt sie. „Ich bin kein Fan von Designern für Kinder. Es ist entzückend, aber Kinder machen Kleidung so schnell schmutzig." Und was ist mit den Wildleder-Heels von Tom Ford? Trägt sie ihr Baby? „Oh nein! Die sind nicht da, um getragen zu werden!", erklärt sie lächelnd. „Sie sind in einer mit Seidenpapier ausgelegten Box."

 

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