Julia Engelmann, die charmante Wahr-Sagerin

25 Jahre jung und viel zu sagen: Pop-Poetin Julia Engelmann erobert als Stimme der Generation Y jetzt auch als Musikerin die Bühne. Im Dezember kommt sie mit Gitarre nach Österreich.

Es ist der 7. Mai 2013, Hörsaal-Slam an der Uni Bielelfeld. Julia Engelmann, 21-jährige Psychologiestudentin aus Bremen steht schüchtern am Mikrofon und schmettert eine Text hin, der einem den Atem raubt. Klug und witzig. Durch Zufall landet ihr Beitrag „One Day“ auf YouTube und ist bis heute fast elf Millionen Mal geklickt.

WIENERIN: Von einen auf den anderen Tag berühmt, was hat sich verändert in deinem Leben?

Julia Engelmann: Vieles hat sich geändert, vieles aber auch nicht. Ich bin immer noch die Gleiche, habe dieselben Freunde und Familie. Dass ich jetzt einen Beruf habe, von dem ich damals noch nicht einmal wusste, dass es ihn gibt, das macht mich sehr glücklich.

Du trittst mit deinen Texten nicht mehr auf Poetry-Slams auf, sondern bist so richtig auf Tour. 35 Städte ist acht Wochen, das klingt nach Stress. Wie sehr freust du dich auf Österreich?

In erster Linie macht es wirklich viel Freude. Ich bin mit meiner Familie unterwegs und mache das, was ich am liebsten mache. Wien mag ich gerne, ich hoffe, ich finde Zeit für einen ausgiebigen Bummel und einen Kaffeehausbesuch.

Zur Lyrik ist jetzt auch die Musik dazugekommen. Dein Album „Poesiealbum“ ist am 3. November bei Universal erschienen.

Die Musik war immer schon da. Ich habe auch früher schon mal bei meinen Abenden zur Gitarre gegriffen. Dass es jetzt so gekommen, Plattenvertrag und so, hatte ich nicht zu hoffen gewagt.

Was möchtest du mit deiner Kunst vermitteln?

Ich schreibe über alles, was mir relevant erscheint und mich bewegt. Gerechtigkeit ist so ein Thema und Werte, Empathie und Dankbarkeit. Ja, und das Träumen nicht zu vergessen.

Gibt es die Angst vor Schreibblockaden?

Eigentlich nicht. Es gibt eben Tage, wo es besser läuft und Tage, wo es eben nicht so gut geht. Ich mache mir keine Sorgen, dass mir einmal nichts mehr einfallen könnte.

Woher nimmst du die Inspiration für deine Texte?

Das kann ein flüchtiges Gespräch, ein Buch, ein Blick, den ich auffange, ein Lied, eben alles um mich herum sein. Dann schreibe ich den Gedanken auf und versuche ihn solange bei mir zu behalten, bis ich ihn niederschreiben kann.

Gibt es Texte von dir, die du heute nicht mehr schreiben würdest?

Klar. Es gibt auch viele Gedichte, die ich nicht veröffentlich habe, weil ich finde, dass sie jetzt keinen so großen Mehrwert für andere haben. Ich schminke mich heute auch nicht mehr, wie vor fünf Jahren. So ändern sich auch die Texte, das ist ein ganz natürlicher Prozess.

Und deine Auftritte? Die sind natürlich auch professioneller geworden. Ist es was anderes, wenn das Publikum nur wegen dir kommt, Eintritt zahlt?

Ich habe auch die Auftritte bei den Poetry Slams immer sehr Ernst genommen. Mich da tage- oder nächtelang vorbereitet, auswendig gelernt und geübt. Aber es ist natürlich toll einen Abend zu gestalten auf den sich die Leute freuen und dich sehen wollen.

Wer kommt denn zu deiner Show?

Das Publikum ist ganz unterschiedlich. Von der Neunjährigen bis zum älteren Ehepaar, das sich das einfach mal anhören mag. Bisher wurde ich sehr freundlich aufgenommen, es gibt wahnsinnig viel Energie. Es gab auch eine Menge Liederpremieren, ich bin ganz beglückt vom positiven Feedback.

Wie spontan bist du bei deiner Tour?

Jeder Abend folgt natürlich einer Dramaturgie, die ich mir im Vorhinein genau überlegt habe. Das heißt, das Programm ist in Köln dasselbe wie in Wien. Ich mag auch nicht, dass jemand meinen Abend weiterempfiehlt und dann ist das in einer anderen Stadt ganz anders, das wäre blöd. Natürlich kann mal sein, dass jemand was rein ruft und das nehme ich dann auf oder ich erzähle zwischendurch kurz was, aber im Grunde bleibt das Programm so wie es ist.

Als öffentliche Person ist man auch Kritik ausgesetzt. Es gibt Hater auf den sozialen Medien. Wie gehst du damit um?

Ich glaube daran, dass glückliche Menschen koexistieren können. Je besser es den Menschen geht, desto positiver können die Dinge betrachtet werden. Mir geht es um Wertschätzung, negative Gefühle sind nur destruktiv, die versuche ich wenn möglich nicht an mich ranzulassen.

Was ist in Zukunft geplant? Gibt es einen Plan B?

Ich lasse mal alles auf mich zukommen, lebe im Hier und Jetzt und das ist gut so. Ich bin dankbar für das Gute, was passiert und bin optimistisch, dass ich immer was zu tun haben werde.

Jetzt, Baby! Musik & Poesie

8.12.2017 Salzburg, republic

9.12.2017 Wels, Stadttheater Wels

10.12.2017, Wien, Stadthalle, Halle F

Poesiealbum
25.10.2018 Wien, Wiener Stadthalle F
26.11.2018 Salzburg, Congress
27.11.2018 Innsbruck, Congress, Saal Tirol

TICKET INFOS
www.oeticket.com
Ticket Hotline: 0900-9496096

WEBLINKS
www.juliaengelmann.de
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