Juhu! Erste "Ehe für Alle" an Neujahr in Velden geschlossen

Seit 1.1.2019 gilt auch in Österreich die Ehe für Alle. Kurz nach Mitternacht haben sich zwei Steirerinnen am Neujahrstag das Ja-Wort gegeben.

Gerade mal fünf Minuten war das neue Jahr jung, als sich Nicole Kopaunik und Daniela Paier nach vier Jahren Verlobung in Velden am Wörthersee das Ja-Wort gaben. Nicht für eine eingetragene Partnerschaft, sondern für die Ehe. Die gilt seit 1.1.2019 in Österreich endlich für: Alle!

Der Verfassungsgerichtshof hatte Ende 2017 den Weg für die Ehe für Alle freigemacht und die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare beendet. Die türkis-blaue Regierung akzeptierte das Urteil schließlich im November 2018. Nicht ganz freiwillig: Der Koalition fehlte die Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament, um die traditionelle Ehe zwischen Mann und Frau in der Verfassung zu verankern.

Den Anstoß zur Begutachtung durch den Verfassungsgerichtshof gab die Beschwerde zweier Frauen, die in eingetragener Partnerschaft lebten und die Zulassung zur Begründung einer Ehe beantragten. Sie haben bereits 2018 geheiratet, ebenso wie vier weitere Paare, die vor Gericht zogen. Am 1. Jänner stehen sowohl die Ehe als auch die Eingetragene Partnerschaft allen Menschen offen - ganz unabhängig vom Geschlecht. Österreich ist somit eines von 23 Ländern, in denen gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürfen.

Standesbeamter: "Es war doch etwas aufregend"

Der Standesbeamte Klaus Gottwald hat sich auf die Hochzeitspremiere vorbereitet: "Obwohl ich Routine habe, war das doch etwas aufregend. Es gab ein paar kleine Hindernisse, etwa den Spruch ,mit dem ‚rechtmäßig angetrauten Ehemann‘, der ist nicht von Vorteil. Wir haben zwei Ehefrauen, und das musste erst trainiert werden, da gab es wirklich Trockentraining", sagte er gegenüber orf.at. Und das junge Ehepaar Kopaunik? Das ist zufrieden: "Wir haben uns für die Ehe entschieden und sind glücklich darüber."

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