Jugendcollege: "Müssen jungen Flüchtlingen eine Perspektive geben"

Heute Dienstag eröffneten die beiden Wiener Stadträtinnen Sandra Frauenberger und Sonja Wehsely das Jugendcollege unter dem Motto „1000 Chancen für 1000 Jugendliche“.

Heute Dienstag eröffneten die beiden Wiener Stadträtinnen Sandra Frauenberger und Sonja Wehsely im Beisein der beteiligten Träger- und Partnerorganisationen das Jugendcollege unter dem Motto „1000 Chancen für 1000 Jugendliche“ in der Buchengasse 11-15, 1100 Wien. Start Wien – das Jugendcollege ist ein Bildungsangebot, das an zwei Standorten 1000 Kursplätze für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 21 Jahren bietet. Ziel ist es, nicht mehr schulpflichtige Flüchtlinge in einem modularen System fit für eine weiterführende (Aus-)Bildung oder den Jobeinstieg fit zu machen.

"Wichtig, diesen Jugendlichen eine gute Zukunftsperspektive zu bieten"


Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger betont bei der Eröffnung, wie wichtig es sei, „diesen Jugendlichen eine gute Zukunftsperspektive zu bieten. Wenn wir rechtzeitig die Weichen für Bildungsabschluss oder Berufsausbildung stellen, gewinnen wir engagierte junge Menschen, die die Zukunft unserer Stadt gestalten. Das ist der Wiener Weg: Wir packen es an und schaffen Integration gemeinsam.“

Sozialstadträtin Sonja Wehsely ergänzt: „Mit dem Jugendcollege bietet die Stadt Wien ein weiteres konkretes Integrationsangebot an, um Flüchtlinge so rasch wie möglich zu integrieren und ihnen damit bessere Zukunftsperspektiven zu geben. Bildung ist der Schlüssel für eine gelungene Integration und ermöglicht den späteren Berufseinstieg sowie die finanzielle Unabhängigkeit. Mit dem Jugendcollege werden wir aber auch dem berechtigten Wunsch der Wienerinnen und Wiener nach einer raschen Integration gerecht. Hier profitieren nicht nur die Flüchtlinge, sondern auch die Wiener Bevölkerung.“

Anmeldung und Zubuchung


Die Zubuchung zum Jugendcollege ist über zwei Schienen möglich: Anerkannte bzw. subsidiär schutzberechtigte Jugendliche werden über ihre Betreuungsperson beim AMS Wien zum Clearing zugebucht. Personen im Asylverfahren, die in der Grundversorgung sind, kommen über den Fonds Soziales Wien zur Bildungsdrehscheibe. Nach einem Beratungsgespräch in der Bildungsdrehscheibe können Jugendliche zum Jugendcollege zugebucht werden. Auch privat untergebrachte Jugendliche können sich bei der Bildungsdrehscheibe melden: bildungsdrehscheibe@vhs.at

Clearing und Aufnahme


600 Jugendliche sind bereits über die Clearingphase in das Kursangebot eingestiegen, eine weitere Clearingphase für 400 Jugendliche findet im September statt. Der Vollbetrieb mit 1000 Kursplätzen wird im Oktober erreicht sein. Bei den Clearings wird der Bildungsstand erhoben sowie ein Beratungsgespräch mit SozialbetreuerInnen geführt. Die SozialberaterInnen und TrainerInnen entscheiden nach der Clearingphase über die Aufnahme ins Jugendcollege. Die Jugendlichen erfahren am Ende der jeweiligen Clearingphase, ob sie ins Jugendcollege aufgenommen werden. Ziel des Jugendcolleges ist es ein passendes Bildungsangebot für Jugendliche anzubieten.

Bildungsangebot im Jugendcollege


Das Kursangebot im Jugendcollege umfasst die Kernmodule Basisbildung (Mathematik, Englisch, IKT) und Deutschmodule; Spezialmodule, die je nach Stufe, Vorkenntnissen und schulischen bzw. beruflichen Bildungszielen kombiniert werden (z. B. Pflichtschulabschluss, Peer-Dolmetsch und Werkstätte) und modulbegleitende Angebote, wie sozialintegrative Aktivitäten, Bildungs- und Berufsberatung sowie Unterstützungsangebote. Die durchschnittliche Verweildauer im Jugendcollege ist 9 Monate, der Stundenplan für die TeilnehmerInnen ist immer 8-wöchig aufgebaut. Dieser Aufbau ermöglicht Flexibilität und Individualisierung der Ausbildung. Ziel des Jugendcolleges ist die Vermittlung in eine weiterführende Schule, eine berufliche Ausbildung oder in eine nachhaltige Beschäftigung.

Anita Bauer, stellvertretende Geschäftsführerin des FSW: „Das Jugendcollege ist ein wichtiger Schritt, um gerade jugendliche Flüchtlinge so rasch wie möglich fit zu machen für ein eigenständiges Leben. Das ist die beste Maßnahme, wenn wir verhindern wollen, dass sie später auf bedarfsorientierte Mindestsicherung angewiesen sind. Wir können es uns als Stadt und als Staat nicht leisten, das Potential dieser jungen Menschen ungenutzt zu lassen.“

 

Aktuell