Johanna Setzer: "Abwarten kostet wertvolle Lebenszeit"

Früherkennung rettet Leben ist mehr als nur ein Slogan. Vor allem, wenn man ein Familienmitglied an den Krebs verloren hat. Anlässlich des Internationalen Brustkrebstages am 1. Oktober haben wir mit Puls4 Moderatorin Johanna Setzer über ihre eigenen Erfahrungen zum Thema gesprochen.

Am 1. Oktober ist Internationaler Brustkrebstag.

Selbst familiär vorbelastet, ist es der Puls4 Moderatorin besonders wichtig über rechtzeitige Vorsorge aufzuklären.

Frau Setzer, warum sind Sie Pink Ribbon-Botschafterin?

Johanna Setzer: Rechtzeitige Vorsorge kann über Leben und Tod entscheiden. Ich möchte dafür sensibilisieren.

Wann sind Sie das erste Mal mit dem Thema Brustkrebs in Berührung gekommen?

Schon sehr früh. Es kennt ja fast jeder jemanden im Freundes oder Familienkreis wo das ein Thema ist. Meine Tante ist mit 49 Jahren an Brustkrebs gestorben und eine meiner engsten Freundinnen macht gerade die 3. Chemorunde durch. Dadurch bin ich schon länger damit konfrontiert und durch die Erkrankung meiner Tante mütterlicherseits auch erblich vorbelastet. Dazu wurde auch bei mir ein recht großer, Gott sei Dank gutartiger Knoten festgestellt. Deshalb bin ich mit 35 schon zur Mammografie gegangen.

Als der Knoten festgestellt wurde - was ist Ihnen durch den Kopf gegangen?

Naja, man ist da drinnen schon paralysiert und denkt an die eigene Vorgeschichte. So schnell kann man eine Diagnose kriegen. Da ist niemand davor gefeit. Deshalb ist es so wichtig darüber zu reden.

War es schwer für Sie das öffentlich zu thematisieren?

Ich hab kein Problem damit, wenn das kommuniziert wird, das ist das wahre Leben, da muss ich nichts beschönigen. Es kann jeden treffen.

Viele Frauen haben Angst vor der Mammographie - wie haben Sie die Untersuchung empfunden?

Vor meiner ersten Mammografie hatte ich auch Angst. Wird das weh tun oder quetschen? Was macht das mit meinem Knoten, der auch so schon schmerzhaft war? Die Untersuchung selbst hat aber überhaupt nicht wehgetan und man hat nachher einfach sehr rasch Gewissheit.

Sie haben sich dabei sogar für einen Café Puls Beitrag mit der Kamera begleiten lassen…

Ja, durch meine Vorgeschichte wollte ich den Beitrag auch als Redakteurin gestalten und nicht nur moderieren. Der Beitrag beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema Früherkennung.

vlnr.: Doris Kiefhaber (GF Österr. Krebshilfe), Johanna Setzer, Martina Löwe (GF Österr. Krebshilfe)

Als Pink Ribbon Botschafterin setzen sich für die Früherkennung und Vorsorge ein – thematisieren Sie das Thema auch privat im Freundeskreis?

Man muss das zum Thema machen, ja! Ich frage meine Freundinnen immer „Tastet ihr eh brav?“ Man muss ja niemanden narrisch machen, aber einfach ein gesundes Bewusstsein für diesen Körperbereich schaffen. Auch das ist eine Form der Vorsorge! Eine Frau die ihren eigenen Körper kennt wird beim Abtasten der Brust Veränderungen sofort spüren. Und dann sollte keine Sekunde vergehen bis man sich einen Termin ausmacht. Lieber einmal umsonst zum Arzt als zu spät. Sich zu denken „das ist nur ein Knötchen, da warte ich noch ein Monat ob sich was verändert“ kann wertvolle Lebenszeit kosten.

Der Beitrag mit Johanna Setzer wird am 30.9. in Café Puls auf Puls4 ausgestrahlt und kann auch online unter puls4.com/cafepuls nachgesehen werden.

 

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