Jogginghose

Jogginghosen hatten lange ein Problem, jetzt könnte sich ihr Image drehen. Zumindest gibt es eindeutige Anzeichen dafür.

Ach ja, die Jogginghose: Irgendwie kann sie einem leidtun, denn alle prügeln auf sie ein. Karl Lagerfeld plapperte vor zwei Jahren in einer deutschen Talkshow daher: "Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren." Keine Frage, ein saftiges Bonmot, das dazu einlädt, ständig wiederholt zu werden. Und irgendwie ist auch klar, warum.

Jogginghose, das war Ballonseide

Jogginghosen, das waren lange diese abenteuerlich knisternden Ballonseidenanzüge, in denen spätestens seit Erfindung von RTL der Fernsehabend begangen wurde: Füße am Tisch, die Hand im Chipssackerl, immer schön gemütlich eben. Seither plagt das Kleidungsstück ein Imageproblem - die Jogginghose steht eben für den ewigen Müßiggang. Das passt heute nicht so ganz zum wenig entspannten Zeitgeist. Schönstes Beispiel: Die Handelsakademie in Innsbruck erteilte im letzten Herbst ihren Schülern ein Jogginghosen-Verbot. Dabei sei der Innsbrucker Handelsakademie gesagt: So langsam dreht sich der Wind.

Internationaler Jogginghosentag

Mittlerweile gibt es alljährlich im Januar sogar sowas wie den internationalen Jogginghosentag, den sich 2009 vier junge Grazer ausgedacht haben. Ihre Facebook-Seite hat heute fast 50.000 Fans. Auf der landete in diesem Jahr auch Armin Wolf, der die ZIB 2 in einem zitronengelben Exemplar zelebrierte.

Mit der Farbe mag Armin Wolf daneben gelegen sein, aber sonst? Gar kein so schlechter Anfang, dieser Bruch zwischen Sakko und Jersey. Die Frauenwelt hält es mit den Jogginghosen ja im Grunde nicht anders: Unten herum locker, oben herum sicher nicht das passende Sweater-Pendant, sondern Lederjacke oder sonst was. Schöne Brüche ins Outfit zu bauen, ist eben auch eine Kunst. Und damit meinen wir nicht solche Aussetzer. Das Bild gehört nämlich zur ganz dunklen Seite der Geschichte der Jogginghose. Vielleicht hatte ja Karl Lagerfeld damals sowas im Kopf, als er die verlorene Kontrolle mit dem Jersey in Verbindung brachte.

Zu guter letzt die Gretchenfrage an Sie, liebe Leserin: Wie halten Sie es mit dem bequemen Anziehstück?

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