Job-Guide für Einsteiger

Die Tinte auf dem Arbeitsvertrag ist noch nicht trocken, die Kehle schon. Wie Sie aus Ihrer Angst einen Aufstieg machen, steht hier – im WIENERIN-Guide für die ersten 100 Tage im neuen Job.

Am Schreibtisch:
• „Entschuldigung, ich bin neu hier"
Kunden möchten diesen Satz nicht hören. Ihnen ist egal, ob Sie seit sechs Tagen oder sechs Jahren im Unternehmen sind. Sie wollen Lösungen für ihre Probleme. Kennen Sie sich nicht aus, vereinbaren Sie einen Rückruf und informieren Sie sich. Den Anruf einfach weiterzuleiten bringt keinen Lerneffekt. Und unsichere oder falsche Antworten nur Verärgerung auf Kundenseite.

• „Man sollte das lieber so machen"
Halten Sie sich erst einmal mit Kritik an Arbeitsabläufen zurück. Ihre Kollegen könnten Ihnen das übel nehmen. Außerdem gibt es sicher Gründe, warum bestimmte Dinge in einer bestimmten Weise erledigt werden, die Sie vielleicht noch gar nicht kennen. Haben Sie sich informiert, können konstruktive Verbesserungsvorschläge natürlich gemacht werden.

• „Können Sie mir helfen?"
Bitten Sie Ihre Kollegen um Unterstützung. Niemand erwartet, dass Sie alles von selbst wissen und können.

• „Kann ich noch was tun?"
Fragen Sie nach fälliger Arbeit. Diese Kollegialität hilft, das Eis zu brechen.



Im Vorstandszimmer:
• „Ich hätte gerne Urlaub"
Über Urlaub und freie Tage können Sie nach drei Monaten reden. Davor solche Sätze lieber sparen.

• „Ihnen ist da ein Fehler unterlaufen"
Nehmen Sie Kritik ernst, aber auf die leichte Schulter. Sie sind schließlich neu. Kritik positiv aufzunehmen und daraus zu lernen ist zudem eine positive Eigenschaft.

• „Sind Sie zufrieden?"
Bitten Sie Ihren Vorgesetzten nach der ersten Woche und dann im Abstand eines Monats um Feedback. Sie können Erwartungen nur erfüllen, wenn Sie sie kennen.

Wichtige Tipps für die Teeküche finden Sie auf Seite 2.

Machen Sie am Anfang nicht zu viele Überstunden. Workaholics sind unter den Kollegen nicht unbedingt gern gesehen. Außerdem könnte man den Eindruck gewinnen, Sie schaffen Ihre Arbeit nicht in angemessener Zeit.



In der Teeküche:
• „Stoßt mit mir an!"
Informieren Sie sich, ob es in der neuen Firma Brauch ist, den Einstand zu feiern. Besorgen Sie ein paar Häppchen und achten Sie darauf, dass auch Vegetariern etwas geboten wird. Alkohol ist höchstens in der Softvariante angebracht.

• „Sag doch einfach Du"
Wenn man Ihnen das "Du" schon so nett anbietet, nehmen Sie es auch an. Ansonsten gilt fürs Duzen: verkneifen, solange man die Betriebssitten noch nicht kennt.

• „Hast du schon gehört ..."
Halten Sie sich von Klatschrunden fern, solange Sie die Reviere und privaten Verflechtungen im Büro noch nicht kennen. Nichts geht schneller nach hinten los als unwissentlich die beste Freundin der Kollegin durch den Kakao zu ziehen.

• „Also, ich ...": Erzählen Sie lieber nicht zu viel Privates. Ihre Kollegin ist Ihre Kollegin und (noch) keine Freundin. Sie liefern vielleicht unabsichtlich Stoff für Klatsch. Oder Sie sind schnell „die mit der unglücklichen Beziehung". Passiert Ihnen dann ein Fehler, wird das schnellnegativ mit „eh klar, bei der Lebensgeschichte" erklärt.

• „Wie war nochmal der Name?"
Merken Sie sich möglichst schnell die Namen aller Kollegen. Das zeigt Ihr Interesse.

• „Lunchtime"
Gehen Sie mit den Kollegen aus der Abteilung essen. Selbst wenn Sie eine Freundin oder Bekannte in der Firma haben. Bei solch informellen Anlässen erfahren Sie meist wichtige Neuigkeiten und auch etwas über die persönlichen Beziehungen im Büro.

 

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