Jede dritte Frau schämt sich für ihre Geburt

Das "vierte Trimester" einer Schwangerschaft ist für viele Frauen psychisch enorm belastend, wie eine neue Studie nun belegt.

Mutter liegt mit neugeborenem Baby im Bett.

Das Baby ist geboren, die Schwangerschaft ist vorbei - aber die psychischen "Nachwehen" können bis zu zwölf Wochen nach der Geburt anhalten. Die ersten drei Lebensmonate eines Babys werden auch als "viertes Trimester" bezeichnet. Für viele Frauen ist es eine schwierige Zeit sein, wie eine neue Studie bestätigt.

37 Prozent der Frauen, also mehr als jede Dritte, schämt sich für die körperlichen Vorgänge während der Geburt. 40 Prozent der Frauen leiden nach der Geburt an Angstzuständen, Depressionen oder einem Gefühl der Überforderung. Das liege auch daran, dass Mütter in den ersten drei Monaten nach der Geburt die Gesundheit ihres Kindes über das eigene Wohlbefinden stellen würden, sagen die ForscherInnen. Das Alter der Mutter spiele dabei ebenfalls eine Rolle: Frauen unter 45 geben eher an, Depressionen und Angstzuständen erlebt zu haben, als jene, die älter als 45 sind. Die Studie wurde am Orlando Health Winnie Palmer Hospital durchgeführt.

Frauen brauchen auch nach der Geburt Unterstützung

"Das vierte Trimester kann für Frauen überfordernd sein, weil der Körper einige physische und emotionale Veränderungen durchlebt", sagt die Ärztin und Wissenschaftlerin Dr. Mega Gray dazu. Mütter bräuchten in dieser Zeit die gleiche Unterstützung und Aufmerksamkeit wie während der ersten drei Trimester. Auch nach der Geburt müssten Frauen mit ihrer/m Ärztin/Arzt über sämtliche Bedenken und Anliegen sprechen können - nur so könne gewährleistet werden, dass sie auch die nötige Pflege und Behandlung erhalten.

"Vielen Frauen hilft es schon, über ihre Probleme zu sprechen. Sie erkennen, dass sie nicht allein sind - und dass ihre Gefühle okay sind!", so Gray. Für Jungmütter sei es etwa besonders wichtig zu verstehen, dass nicht jedes Baby einfach zu stillen sei, nicht jeden Tag gleich lang schlafe oder gleich viel trinke - und das alles davon dennoch okay sei. Das allein könnte vielen einges von der Angst um das vierte Trimester nehmen.

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