Japanische Medizin-Uni manipulierte Tests, damit weniger Frauen studieren

Die Tokyo Medical University hat zugegeben, jahrelang die Ergebnisse von Aufnahmeprüfungen gefälscht und damit Frauen bewusst benachteiligt zu haben.

Eine Universität in Japan hat jahrelang institutionalisierten Sexismus betrieben. Japanische Medien berichten, dass an der Tokyo Medical University Testergebnisse über Jahre hinweg manipuliert wurden, um Frauen an einem Medizinstudium zu hindern und damit mehr Männer den Arztberuf ergreifen. Eine interne Untersuchung hat das nun auch offiziell bestätigt.

Frauen seien "weniger gut geeignet" für den Job

Die Hochschule hat sich am Dienstag entschuldigt und mitgeteilt, die Manipulationen hätten niemals stattfinden dürfen. Die Uni denke außerdem darüber nach, die betroffenen Frauen nachträglich zum Studium zuzulassen.

Die Manipulation der Aufnahmetests ist folgendermaßen abgelaufen: In einem ersten Schritt seien die Ergebnisse aller BewerberInnen um 20 Prozent herabgesetzt worden. Daraufhin hätten männliche Bewerber mindestens 20 Punkte extra bekommen - außer jenen, die bei dem Test bereits zuvor mindestens vier Mal durchgefallen waren. Das Ziel der sexistischen Praxis: die Hochschule wollte dafür sorgen, dass weniger Frauen den Arztberuf ergreifen, da sie ihre Karrieren nach einer potenziellen Schwangerschaft verkürzen oder unterbrechen würden. Frauen seien außerdem weniger gut geeignet für lange Schichten und Notfälle - so die angebliche Meinung in der Führungsebene der Universität.

 

Bei den aufgedeckten Manipulationen handle es sich um "schlimmsten Sexismus", so Anwalt Kenji Nakai in dem Untersuchungsbericht. Der Direktor an der Tokyo Medical University, Tetsuo Yukioka, will von den Manipulationen aber nichts gewusst haben - und stellte klar, Frauen dürften aufgrund ihres Geschlechts nicht anders behandelt werden.

Frauenquote an österreichischen Med-Unis

In Österreich sieht der Gender-Gap an medizinischen Unis auch nicht rosig aus. In diesem Jahr wurden 1.680 Studienplätze an den drei Medizin-Universitäten in Wien, Graz und Innsbruck sowie der medizinischen Fakultät an der Uni Linz vergeben. 62 Prozent der über 12.500 angetretenen Studierenden beim Aufnahmetest für das Medizinstudium waren weiblich. Es gingen jedoch nur 57 Prozent der freien Plätze an Frauen.

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