Jahresrückblick 2018: Drei ermordete Frauen pro Monat

36 Frauen wurden im Jahr 2018 ermordet, dazu kommen zahlreiche Mordversuche, halten die Österreichischen Frauenhäuser fest und fordert wiederholt Maßnahmen gegen Gewalt gegen Frauen

"Sind (Ehe-)Frauen in unserer Gesellschaft weniger Wert?" Das fragt Andrea Brem, Vorsitzende des Vereins Zusammenschluss Österreichischer Frauenhäuser (ZÖF), angesichts der in Zahlen gefassten Gewalt gegen Frauen im Jahr 2018. In einer Anfang Jänner 2019 veröffentlichten Aussendung fasst der ZÖF zusammen: Bis 20.11.2018 wurden laut Volksanwaltschaft 32 Frauen ermordet, folgt man Medienberichten, waren es bis Jahresende vier weitere. Mit 36 getöteten Frauen waren das zwei mehr als im Jahr 2017: Da wurden 34 Frauen ermordet, 77 wurden Opfer eines Mordes oder Mordversuches. Das eigene Zuhause ist dabei der gefährlichste Ort, Täter waren die Ehemänner oder Lebenspartner der Frauen.

Brem ist sich sicher: "Würden anderweitig 30 Personen zu Tode kommen, wäre eine Untersuchung, eine Analyse selbstverständlich." 

Der ZÖF fordert deshalb "dringend eine Finanzierung flächendeckender Täterarbeit, und zwar schon bei ersten Anzeichen von Gewalt und nicht erst, wenn der Gewalttäter wegen Mordes im Gefängnis sitzt".

Frauenministerin: Schwerpunkt auf Gewaltschutz

Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß hatte erst vor kurzem in einem Interview mit der APA angekündigt, sich 2019 verstärkt den Themen Gewaltschutz und Einkommensgerechtigkeit zu widmen. Eine konkrete Maßnahme hat sie angekündigt: Der Bundeslandwechsel bei Frauenhäusern soll möglich und damit eine langjährige Forderung der Frauenhäuser erfüllt werden. 

2018 hatte Bogner-Strauß im Zuge der Budgetkürzungen für das Frauenministerium mehreren Organisationen, von denen sich einige mit der Prävention von Gewalt gegen Frauen beschäftigten, die Förderungen gestrichen, und war dafür scharf kritisiert worden.

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