Italien führt Strafen gegen „Revenge Porn“ ein

Das Teilen intimer Fotos oder Videos als Racheakt und damit ohne Zustimmung soll in Italien ab sofort härter bestraft werden.

Revenge Porn

Ex-PartnerInnen, bekannte Personen und Menschen, die von Mobbing betroffen sind, seien von sogenanntem „Revenge Porn“ am häufigsten betroffen. Racheporno bezeichnet pornografische Bilder und Videos einer Person, die als Racheakt und ohne der Einwilligung der gezeigten Person veröffentlicht oder versandt werden. Im Rahmen eines Gesetzentwurfs zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen haben sich im italienischen Parlament die Parteien nun mehrheitlich auf Haftstrafen bis zu sechs Jahren Haft für das unerlaubte Teilen intimer Fotos geeinigt. Die für den „Revenge Porn“ verantwortliche Person muss zudem mit einer Geldstrafe von 5.000 bis 15.000 Euro rechnen – soweit der Beschluss des Parlaments am Dienstagabend, der noch von der Abgeordnetenkammer und dem Senat abgesegnet werden muss. Weil sich die Parteien aber mehrheitlich auf diese Maßnahme geeinigt haben, dürfte einem neuen Gesetz nichts im Wege stehen.

Selbstmord als Anlass für die Gesetzesänderung

An einem Gesetz zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen arbeitet das italienische Parlament schon länger. Anlass dafür, dass Maßnahmen gegen „Revenge Porn“ in den Gesetzesentwurf aufgenommen wurden, war der Selbstmord einer Neapolitanerin im Jahr 2016. Nachdem ihr Ex-Freund ein privates Sex-Video veröffentlicht hatte, nahm sich die Frau das Leben. Weil alle Bitten und Klagen gegen Google und YouTube nichts gebracht hatten, setzt sich die Mutter der Italienerin seit dem Tod ihrer Tochter für harte Strafen bei „Revenge Porn“ und Gewalt an Frauen in Italien ein. Die rechte Partei Lega brachte einen Antrag zur Einführung der chemischen Kastration für sexuelle Angreifer ein, dieser wurde vom Parlament mehrheitlich abgelehnt.

 

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