Ist Porridge wirklich so gut, wie alle denken?

Als er noch "Haferschleim" hieß, mochte ihn kaum wer. Als "Porridge" startet der Haferbrei jetzt aber neu durch und immer mehr Varianten gibt´s. Wir wollten von Ernährungswissenschaftlerin Petra Rust deshalb wissen: Ist der Hype gerechtfertigt?

WIENERIN: Frau Dr. Rust, Porridge ist gerade total modern. Ist das gerechtfertigt?

Petra RUST: Porridge, Oatmeal oder Haferbrei zum Frühstück begrüße ich als Ernährungswissenschaftlerin, weil es einerseits durch das Getreide Kohlenhydrate und Ballaststoffe liefert und andererseits gut mit fettarmen Milchprodukten gepaart werden kann. Und die sind gute Eiweiß- und Kalziumquellen. Gibt man dann noch Nüsse und Obst dazu, bekommt man auch wertvolle Vitamine und Mineralstoffe.

Was verändert sich, wenn man von Kaffee und Semmerl auf Porridge umsteigt?

RUST: Es enthält viele Ballaststoffe und sättigt einfach viel länger als die Buttersemmel mit Honig oder Marmelade. Die Ballaststoffe quellen und fördern die Verdauung.

Ist ein warmes Frühstück generell gesünder als ein kaltes?

RUST: Ob warm als Porridge oder kalt im Müsli oder Oatmeal ist aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht relevant. An kalten Tagen kann ein warmes Frühstück aber zu Genuss und Wohlbefinden beitragen.

Das heißt auch, dass die Oats, die man über Nacht in den Kühlschrank stellt, genauso gut sind wie frisches Porridge?

RUST: Das ist eine gute Alternative für Morgenmuffel - die haben dann nämlich keine Ausrede mehr, dass zu wenig Zeit fürs Frühstückmachen ist. Die können die Milch-Hafer-Mischung abends in den Kühlschrank stellen und dann am Morgen mit Obst aufpeppen.

Ganz Bequeme setzen auf Instant-Porridge. Gut oder schlecht?

RUST: Das ist nicht per se schlecht, man muss aber wie auch bei Müslis die Zusammensetzung genau studieren, Porridge braucht nämlich z.B. keinen zusätzlichen Zucker, wenn es mit Obst oder Zimt kombiniert wird.

Immer öfter heißt es, dass das Frühstück als Mahlzeit weniger wichtig wird, weil wir körperlich weniger arbeiten. Stimmt das?

RUST: Nein, denn regelmäßige Mahlzeiten halten den Blutzuckerspiegel konstant und schützen vor einem Leistungsabfall. Vor allem bei Kindern konnte gezeigt werden, dass die Konzentrationsfähigkeit durch ein Frühstück oder eine Jause gesteigert werden konnte.

Hier geht´s zu unserem großen Test:
Was kann welches Instant-Porridge?

 

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