Ist es in Indien sicherer eine Frau oder eine Kuh zu sein?

Ist es sicherer eine Frau oder eine Kuh zu sein? Dieser indische Künstler bringt das Problem mit Gewalt gegen Frauen in Indien auf den Punkt.

Der Künstler und Feminist Sujatro Ghosh aus Kalkutta, Indien, der derzeit in New York lebt, hat 2017 mit dem "Kuhmasken"-Projekt begonnen - einer Fotoserie, in der er der Frage auf den Grund geht, ob in Indien Frauen oder Kühe ein sichereres Leben führen.

Auch wenn die Frage auf den ersten Blick schockierend ist, hat sie einen berechtigten Grund. Im letzten Jahrzehnt sind in Indien Gewalttaten gegen Frauen öffentlicher denn je geworden - die Vergewaltigungsrate ist gar um 12 bis 15 Prozent gestiegen, wie Daten des National Crime Records Bureau in Indien zeigen.

In den vergangenen Monaten hat vor allem der Fall einer vergewaltigten, gefolterten und später ermordeten 8-Jährigen für Aufsehen gesorgt. Landesweite Proteste waren die Folge.

Der Künstler Ghosh weist mit seinem Projekt darauf hin, dass Kühe in Indien zwar heilig sind und von Hindus geschützt werden - Frauen aber nicht. Auf seinem Instagram-Account beschreibt der den Hintergrund seiner Fotos so:

"Meine Kunst ist eine Form des Protests. In meinem Land sind Kühe wichtiger als das Leben einer Frau." Er fotografierte Frauen mit den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Hintergründen, und ruft Frauen dazu auf, beim Projekt mitzumachen. Er wurde daraufhin von hunderten Frauen kontaktiert, die teilhaben wollten. Ihre Identität bleibt geschützt, doch ein Zitat von jeder Frau wird auf dem Instagram-Account veröffentlicht.

Gegenüber dem Guardiansagte der Künstler: "Ich bin nicht dagegen, Tiere zu schützen. Ich bin nur besorgt über das soziopolitische Szenario meines Landes."

 

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