Ist es besser mit abgelaufenem Kondom oder ohne Sex zu haben?

Safer Sex gibt es ohne Kondom nicht. Was aber tun, wenn das verfügbare Verhütungsmittel abgelaufen ist? Und wie lagert man dieses richtig?

Banane mit Kondom und vergammelte Banane

Ja, Kondome können ablaufen. Das heißt aber nicht, dass jetzt aus einem: "Hast du ein Kondom?" ein "Hast du ein Kondom, das nicht abgelaufen ist?" werden muss. Das wäre – sagen wir einmal – unpraktisch. Aber wusstest du, dass durch verschiedene Faktoren die Wirkung von Kondomen nachlassen kann? So kann es sein, dass der Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten und ungewollten Schwangerschaften nicht mehr gegeben ist. Jap, unromantisch! Was also tun, wenn es gerade zur Sache geht, das Kondom aber aus der hintersten Ecke des Nachttischkästchens gefischt werden muss und du und dein*e Partner*in drauf kommen, dass dieses schon seit Monaten dort vergammelt?

Eines ist klar: Ablaufdatum checken! Das findet ihr übrigens auf der Kartonbox oder auf jedem einzelnen verpackten Kondom! Und jetzt? Woran erkennt ihr, ob das Kondom noch benutzt werden kann? Solltet ihr lieber mit dem abgelaufenen oder ohne Kondom Sex haben?

Aufbewahrung

Man kann nie wissen, wann es passiert. Um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein, lagern daher viele ihre Kondome in der Geldbörse oder ihren Hosentaschen. Achtung! Auch in verpacktem Zustand kann es durch Reibung zu Veränderungen an den Latexprodukten kommen. So kann sich die Haltbarkeit und Wirksamkeit durch äußere Einflüsse verändern. Klar, können Kondome für einen Abend in die Hosentasche gesteckt werden. Man(n) sollte aber darauf achten, dass sie nicht mit Schlüsseln oder anderen spitzen Gegenständen in Berührung kommen. Und unbenutzt sollten die Kondome so schnell wie möglich wieder sicher verstaut werden. Auch Hitze, Sonnenstrahlen oder Luftfeuchtigkeit können die Konsistenz der Verhütungsmittel beeinträchtigen. Kondome aller Art daher am besten in einem Nachtkästchen oder Schrank verstauen!

Material

Welche Arten von Kondomen gibt es überhaupt? Vorwiegend werden Kondome aus Latex oder Polyisopren – Naturkautschuk – hergestellt. Diese Kondome können ca. vier bis fünf Jahre aufbewahrt werden. Nicht schlecht! Doch bei Naturprodukten ist doppelte Vorsicht geboten. Latexfreie Kondome, aus spezialbehandeltem Naturdarm zum Beispiel, laufen schneller ab als die künstlichen Produkte. Etwa nach drei Jahren. Diese sind übrigens gegen Krankheitserreger auch nicht besonders gut geeignet. Daher unbedingt auf das Ablaufdatum achten! Außerdem ist es wichtig bei Verwendung von Massageölen oder Gleitmitteln aufzupassen. Diese können nämlich auch die Schutzwirkung beeinflussen. Das gilt für alle Kondome!

Mit oder ohne?

Und jetzt zur wichtigsten Frage: Ist es besser mit abgelaufenem oder ohne Kondom Sex zu haben? Zuerst müssen wir klären, woran man abgelaufene Kondome überhaupt erkennt. Diese sind meistens trockener und weniger dehnbar als neue. Außerdem können sie im unbenutzten Zustand Gebrauchsspuren, wie Risse, aufweisen. So ist die Gefahr gegeben, dass die alten Verhütungsmittel beim Sex eher reißen. Eine Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten oder ungewollte Schwangerschaften können so nur noch bedingt ausgeschlossen werden.

Natürlich bietet es sich für einen 98-prozentigen Schutz an, auf frische Kondome zurückzugreifen. Wer aber vor der Entscheidung steht keines oder ein abgelaufenes Kondom zu benutzen, sollte sich für letzteres entscheiden. Die Haltbarkeit des abgelaufenen Kondoms kann noch gegeben sein, wenn dieses in einem kühlen, trockenen Ort gelagert wurde. Somit für Safer Sex immer Kondome benutzen! Ob abgelaufen oder nicht. Es gilt: Better safe, than sorry!

 

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