Ist Emma Watson eine schlechte Feministin - weil sie ihre Brüste zeigt?

Emma Watson ist Feministin - und sollte sich deswegen nicht freizügig ablichten lassen? Das Internet beweist erneut, wie sehr wir Feminismus brauchen. Und wir sagen wieder einmal: Danke, Emma!

Als Sonderbotschafterin der Vereinten Nationen setzt sich Schauspielerin Emma Watson bereits seit Jahren erfolgreich für Geschlechtergerechtigkeit und feministische Angelegenheiten ein.

Doch ausgerechnet ihre Arbeit als überzeugte Feministin sorgt im Zusammenhang mit neuen Fotos der 26-Jährigen für Aufregung. Die Bilder aus der aktuellen Ausgabe des "Vanity Fair"-Magazins zeigen die Britin ungewohnt freizügig - und damit haben einige Menschen offenbar ein Problem. Denn: Die Britin könne nicht gleichzeitig Feministin sein und ihren Körper öffentlich zur Schau stellen, so die Kritiker.

Als eine der ersten machte sich die Radiomoderatorin Julia Hartley-Brewer‏ über Watson lustig: "Feminismus, Feminismus...Kluft zwischen den Geschlechtern...oh, warum werde ich nicht ernst genommen...oh, hier sind meine Brüste!", schrieb Hartley-Brewer auf auf Twitter.

Mit ihren scharfen Worten brachte die Moderatorin den antifeministischen Backlash gegen Watson ins Rollen. Watson dürfe sich nicht beschweren als Feministin nicht ernst genommen werden, wenn sie solche Bilder veröffentlicht, so die verärgerten Nutzer.

Video: Das schrieben Twitter-Nutzer über Watsons Fotos

Ihr habt nicht verstanden, was Feminismus ist!

Was die Kritiker allerdings vergessen haben: Mit genau diesen Aussagen haben sie Emma Watson und dem Feminismus seine Legitimation gegeben. Denn Feminismus ist keine Strömung, die Frauen vorschreibt, wie sie sich zu kleiden oder zu zeigen haben. Wer als Feministin seine Brüste zeigt oder sich sexy kleidet, ist genauso Feministin wie jede andere Frau, die sich dafür einsetzt, dass Frauen und Männern gleiche Rechte zustehen!

Feminismus kämpft dafür, dass Frauen tun und lassen dürfen, was sie wollen - ohne sich dafür in einer patriarchal-geprägten Gesellschaft ständig rechtfertigen zu müssen. Und solange sich Watson (und jede andere Frau) derartige Kommentare gefallen lassen muss, wird es Feminismus auch weiterhin geben - weil es offenbar nicht anders geht!

"Was haben meine Brüste damit zu tun?"

Angesprochen auf ihre Bilder und den Vorwurf eine "schlechte, heuchlerische Feministin" zu sein, fand Watson die passenden Worte:

"Was haben meine Brüste damit zu tun?", fragte sie einen Reporter. Und auch ihr "Die Schöne & das Biest"-Costar Dan Stevens ("Legion"), konnte die Aufregung nicht nachvollziehen. Seine herrliche Reaktion gibt es im Video nachzusehen:

 

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