Iss mit!

Mahlzeit! Die Hände gewaschen, die Kochschürzen umgebunden, viel gelacht und sogar gesund gegessen? Gastkinder zum Mittagstisch zu laden, muss nicht immer Stress bedeuten. Was es bringt, mit befreundeten Kindern zu kochen und gemeinsam zu essen. Ein Feldversuch (mit Feldsalat).

Da haben wir den Salat:

Leah isst keine Heidelbeeren, Zoe keine Bananen. Bio-Hühnerschnitzel sind nichts für Vegetarierin Lilly und Max schmecken weder Nudeln noch Palatschinken. Gastkinder lassen oft stehen, was die Gastmutti mit Liebe und sogar nach ausführlicher Recherche (bei den Eltern des Gastkindes) auf den Teller gezaubert hat.

Schade eigentlich, denn gemeinsames Essen macht Riesenspaß. Wir starten ein Koch-Experiment mit drei eigenen und vier Gastkindern im Alter von 4 bis 9 Jahren, die Regeln lauten:

  • Vor dem Essen wird nicht genascht.
  • Jeder muss bei der Gestaltung der Speisen und des Tisches eine Aufgabe übernehmen.
  • Niemand muss etwas essen, was ihm gar nicht schmeckt.
  • Jeder probiert erst eine "Käferportion" und nimmt sich dann eine "Elefantenportion" nach.
  • Fruchtsäfte oder Milch als Getränk sind bei Tisch tabu.

Das Wunder geschieht ...

Das Menü

1. Gang: Mozzarella mit Tomaten und frischem Basilikum
2. Gang: Nudeln mit Gemüsesoße und/oder
3. Gang: Gemüselaibchen mit Käse und Erdäpfel und Salat
4. Gang: Obst und eine kleine Portion Eis.

Die Kochschürzen und Aufgaben sind rasch verteilt. Die Kleinen decken und schmücken den Tisch, waschen den Salat und zupfen die Kräuter. Die Großen schneiden Gemüse klein und bereiten die Gemüselaibchen vor.

Tipps:

  1. Kosten lassen. Es macht Spaß den Geschmack verschiedener Kräuter zu erkunden, bevor sie in die Soße kommen.
  2. Mitgestalten lassen. Fehlt der Soße noch etwas Salz? Wer mit kocht, darf auch mitbestimmen.
  3. Mit den Händen arbeiten lassen. Zugegeben: Kinderköche erhöhen den Putzaufwand. Trotzdem sollte man ihnen in der Küche die Möglichkeit geben, ihr eigenes Essen ganz persönlich zu formen. Macht Spaß, weckt Urinstinkte und erhöht den Bezug zur Materie.
  4. Das Gemüse und Kräuter in der Soße passieren. Kinder sehen frische Kräuter und Gemüsestücke nicht gern. Genauso verhält es sich mit dem Schnittlauch im Salat. Am besten individuell mit Kräutern am Teller "nachwürzen".

Fazit:

Sieben Kinder haben gegessen, was sie unter fachgerechter Gastmutti-Anleitung größtenteils selbst zubereitet haben. Ohne es zu merken, haben die Kids Riesenmengen an Vitaminen in sich hineingeschaufelt und dabei die eigenen Geschmacksknospen kultiviert. Alles ist nicht weggekommen, geschmeckt hat es aber allen.


Übrigens: Leah hat bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal freiwillig Heidelbeeren gegessen und Max war so gespannt auf den Geschmack der Gemüsesoße, dass er sogar die Nudeln probiert hat ...

Jede Menge Rezepte für das Kochen mit Kindern finden Sie hier >>

 

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