Israelische Lokale in Wien: 4 Hotspots und ein prominenter Neuzugang

Tel Aviv goes Vienna. Der israelische Starkoch Eyal Shani gilt als König des Karfiols. Wir haben ihn getroffen und dabei die Israelische Lokalszene in Wien unter die Lupe genommen.

Vom Tel Aviv Beach Feeling bis zur Amazon Serie The Marvelous Mrs. Maisel. Alles, was irgendwie mit Tel Aviv zu tun hat, ist gerade ganz irrsinnig mega und instagramable. So auch der israelische TV-Koch Eyal Shani. Der führt in seiner Heimat unter anderem das Szenelokal Tzfon Abraxas und rund 20 weitere Restaurants rund um den Erdball - in New York, in Paris, in Melbourne. Bekannt wurde Eyal Shani, weil er ganze gebackene Karfiolköpfe wie einen Braten servieren lässt. In seinem New Yorker Restaurant ist dieses Signature-Gericht mittlerweile so gefragt, dass allein dort täglich 400 Karfiolköpfe zubereitet werden.

Jetzt war Eyal Shani in Wien. Er hat die Küchenlinie für das Restaurant Seven North im neu eröffneten Max Brown Hotel entworfen. Um die Crew einzuschulen, kam er nach Wien. Als wir ihn zum Interview trafen, verkostete er gerade die siebente Pizza in Folge. Grund dafür? Er hatte noch immer nicht den richtigen Mozzarella als Belag gefunden, der seinen Ansprüchen gerecht wird.

Eyal Shani

WIENERIN: Was passt denn mit dem Mozzarella nicht?

Eyal Shani: Wir haben bis jetzt sieben Pizzas mit sieben verschiedenen Mozarellasorten ausprobiert. Aber alle wurden hart, zäh oder hatten nicht diesen sahnig cremigen Geschmack, den es braucht, um der Säure der Tomaten was entgegenzusetzen. Ich muss also weiter suchen und essen. Obwohl ich echt schon satt bin.

WIENERIN: Sie wurden bekannt, weil Sie ganze Karfiolköpfe wie einen Braten servieren. Wie kommt man auf die Idee?

Nun, ein Karfiolkopf ist eigentlich eine Blume und niemand würde eine halbe Blume hergeben. Geteilt wird der Karfiol deshalb bei mir erst bei Tisch ... wie auch ein Braten. Dieses Gemeinschaftsgefühl beim Essen finde ich ganz wichtig. Wenn ich Fleischesser davon überzeugen kann, Karfiol zu essen, macht mich das glücklich.

WIENERIN: Verzichten Sie selbst auch auf Fleisch?

Mein Großvater war Gründer einer veganen Bewegung in Israel. Die ersten fünf Jahre meines Lebens aß ich nur rohes Obst und Gemüse. Heute koste ich Fleisch, wenn es meine Köche zubereiten. Aber in meine Restaurants wird nur Fleisch aus artgerechter Haltung serviert, am liebsten aus Familienbetrieben. Ich habe keine Probleme mit dem Tod, wir alle müssen sterben, aber das Tier sollte ein glückliches Leben gehabt haben.

WIENERIN: Sie glauben auch daran, dass gutes Essen für eine gute Energie sorgt...

Unbedingt. Essen ist ein Virus. Er dringt in jede Zelle unseres Körpers ein. Essen muss glücklich machen und dabei sollte es auch sexy sein.

WIENERIN: Sexy? Wie meinen sie das?

Ich würde niemals fünf schlappe Spargelstangen auf einen Teller legen und mit Hollandaise überziehen. Ein aufrecht angerichteter Solospargel, sieht doch gleich viel attraktiver aus. Finden Sie nicht?

WIENERIN: Geht es dabei nur um die Optik, oder auch um die Energie?

Alles ist Energie. Die ganze Welt ist in einer Zutat drin. Wenn Sie einen Fisch essen, essen Sie nicht nur das Fleisch. Sie essen auch das Meer, die Stürme, die Farbe des Wassers und die Tiefe des Ozeans.

Essen wie in Tel Aviv: Das sind die beliebtesten israelischen Lokale in Wien

Seven North.

Seven North

Das Seven North befindet sich im Erdgeschoß des neuen Max Brown 7th District Hotels. Die mediterrane Küchenlinie setzt auf farbenprächtigen, aromatischen Zutaten in einer dynamischen - um nicht zu sagen chaotischen - Atmosphäre. Viele Gerichte werden zum Teilen angeboten. Die kleineren Platten beinhalten unter anderem Bruschetta mit geschmolzenen Kichererbsen und hausgemachter Tahini, ein geschmortes Rote Rüben Carpaccio und Shanis berüchtigten gebackenen Karfiol. Auch toll: Die große Cocktailbar.

Wo?
Max Brown 7th District Hotel,
Schottenfeldgasse 74, 1070 Wien

Öffnungszeiten Küche:
Sonntag-Donnerstag: 18:00 – 22:30 Uhr Freitag-Samstag: 18:00 – 23:30 Uhr

Machu Machu

Avi Josfan, der frühere Security Offizier der Israelischen Kultusgemeinde, importiert ganz viele Zutaten direkt aus Israel. Fans seiner Küche lieben die Falafeln. Dafür werden Kichererbsen eingeweicht, faschiert, mit reichlich Zwiebel, Knoblauch, Koriander, Petersilie und orientalischen Gewürzen versehen, und dann heiß frittiert. "Maschu Maschu" heißt auf hebräisch übrigens so viel wie "etwas etwas", im Slang von Tel Aviv aber auch "super leiwand".

Wo?
Neubaug. 20
1070 Wien
Tel: 01/990 47 13

Öffnugszeiten: außer an Yom Kippur tägl. 10-24 Uhr

Tel Aviv Beach

Seit Jahren der Sommer Hotspot der Neni-Betreiber am Donaukanal mit kleiner israelischer Küche, Drinks und aufgeschüttetem Sandstrand. Die chillige Atmosphäre kann in punkto Service manchmal ein bisschen zu sehr ins Laissez-Faire abrutschen. Ein Küchenklassiker ist Hamshuka: Hummus mit Lamm- und Rinderfaschiertes, Tahina und Pita Brot um € 8,70.

Wo?
Donaukanal - Schützenhaus
1020 Wien

Öffnungszeiten April bis Oktober bei Schönwetter täglich, 12:00 - 00:00

Miznon

Das Miznon ist das Fast Food Konzept von Eyal Shani gleich hinter dem Stephansdom. Das Konzept: Junge Menschen aus Israel, die gefüllte Fladenbrote zubereiten und deinen Namen brüllen, wenn sie damit fertig sind. Das mit dem „ seinen Namen verstehen, wenn er auf israelisch gebrüllt wird“ klappt nicht immer beim ersten Anlauf und die Getränke muss man sich hier auch selber nehmen. Aber die Fladenbrote selbst schmecken rasend gut und die Hütte brummt.

‎Wo?
Schulerstraße 4, 1010 Wien
Öffnungszeiten: Mo–Sa 12–22:00

 

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